Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Ohne Licht kein Versicherungsschutz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ohne Licht kein Versicherungsschutz
14:12 13.06.2010
Mit einer modernen nachgerüsteten Lichtanlage geht man jeglicher Ärger aus dem Weg. Quelle: nicht zugewiesen
Anzeige
Celle Stadt

Von Holger Dirks

CELLE. Schaltet man nach langer Ruhepause den Fahrraddynamo mal wieder an, erlebt man oft Überraschungen. Nach der ersten Bewährungsprobe in Nässe und Wind versagen die Generatoren dann nicht selten den Dienst, weil sich in der langen Pause Leitungen oder ein Glühlampenfaden gelöst haben. Ist man in dem Moment in Zeitnot, radelt mancher eben ohne Licht durch die Nacht. Kommt es zu einem Unfall, kann es hinterher doppelten Ärger geben, denn Versicherungen regulieren den Schaden zwar, behalten sich aber Ansprüche vor.

Anzeige

„Bei einem Unfall des nachts mit einem Rad ohne Licht können Versicherungen unter Umständen Regressansprüche anmelden”, sagt Signal Iduna-Vertreter Friedhelm Krause aus Eschede. Denn die Gesellschaften gehen davon aus, dass Fahrräder verkehrssicher sind und entsprechend der Straßenverkehrsordnung benutzt werden. Ein defekter Dynamo setzt nicht nur die Lichtanlage außer Gefecht, sondern auch die Fahrtüchtigkeit des Rades. Für die Nachtfahrt bedeutet das dann: schieben statt fahren.

Wer ohne jeden Versicherungsschutz unterwegs ist, dem kann ein defekter Dynamo für zehn Euro leicht einen tausendfach größeren Schaden eintragen.

Viel sparen lässt sich nicht mit dem Nicht-Versichertsein; eine Privathaftpflichtversicherung etwa für einen 35-jährigen Familienvater kostet rund 80 Euro im Jahr, sagt Krause. „Darin eingeschlossen sind auch die Familienmitglieder, sofern sie noch kein eigenes Einkommen haben.“ Bis zu einer Höhe von drei bis fünf Millionen Euro, je nach Vertrag, sind dann die Schäden der Gegenseite versichert. Einen Selbstbehalt oder eine Selbstbeteiligung, wie sie bei Versicherungen fürs Auto üblich sind, gibt es nicht.

Laut dem Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) aus Bremen ist die Technik inzwischen so weit, dass Radfahrer das Risiko einer Nachtfahrt ohne Licht überhaupt nicht mehr eingehen müssen. „Die neue Dynamotechnik ist viel verlässlicher als früher”, sagt Roland Huhn vom ADFC. Sogenannte Nabendynamos sind direkt in die Felge integriert und schließen damit manche Schwierigkeiten von vorneherein aus; dazu zählt auch das Durchrutschen der Dynamorolle am feuchten oder nassen Reifen, ein Dauerproblem vieler Radfahrer im regnerischen Herbst.

Die neuen Dynamos werden ähnlich wie die Speichen fest mit dem Vorderrad verbunden. Sobald das Rad bewegt wird, entsteht auch Strom. Mit einem Schalter an der Vorderlampe lässt sich die Energie abschalten, damit man nicht tagsüber auch mit Licht unterwegs ist. „Eine komplette Umrüstung kostet ab 89 Euro, danach haben sie Ruhe“, sagt Monika Zahn vom Radgeschäft Brand in Celle.

Der Umbau beinhaltet eine neue Felge samt Dynamo und Speichen, plus Vorderlampe und Rücklicht. Seit etwa fünf, sechs Jahren ist die neue Dynamotechnik im Handel und hat die bisherige Bauweise nahezu verdrängt. Zahn bestätigt die Aussage des ADFC, dass die neue Technik verlässlicher als früher sei: „Wir haben dadurch weniger Reparaturen in der Werkstatt als früher im Herbst und Winter.“

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt