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Celle Stadt Podiumsdiskussion zum Klimawandel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Podiumsdiskussion zum Klimawandel
18:47 17.06.2019
Von Benjamin Behrens
Sprachen über Klimapolitik: (von links) Moderator Kai Thomsen, Jens Brockmann (AfD), Kirsten Lühmann (SPD), Jörg Bode (FPD), Kreisschülersprecher Johannes Schurian, Jörn Schepelmann (CDU), Bernd Zobel (Die Grünen), Jörg Lehr (Die Linke) und Moderatorin Valerie Struck. Quelle: Benjamin Behrens
Neuenhäusen

Wie geht es weiter mit der Klimapolitik? Was muss weltweit, bundesweit, landesweit und in Celle getan werden? Die Organisatoren hinter Celles Ableger der Fridays for Future hatten zur Diskussionsrunde in die CD-Kaserne eingeladen. Die größte Bühne, die das Veranstaltungszentrum zu bieten hat, in der Halle 10, war gerade groß genug für das Format. Für rund 550 Zuhörer waren Stühle aufgestellt worden, es blieben nur wenige unbesetzt, so groß war das Interesse. Die Besucher mussten sich anmelden – wer nicht auf der Liste stand, kam auch nicht hinein. Einige spontane Interessenten wurden dementsprechend an der Tür abgewiesen.

Konkreter Klimaschutz in Celle

„Herzlich willkommen heute Morgen zur Podiumsdiskussion ‚Konkreter Klimaschutz auch in Celle‘“, begrüßte CD-Kasernen-Geschäftsführer Kai Thomsen die Teilnehmer. Zusammen mit Valerie Struck vom Organisations-Team der Fridays for Future führte Thomsen als Moderator durch den Vormittag. Sechs Lokalpolitiker waren der Einladung gefolgt, die gesamte Bandbreite an etablierten Parteien war abgedeckt.

Dringend nötiger Schub für den Klimaschutz

„Als Erstes möchte ich mich bei Frau Struck bedanken für Fridays for Future“, sagt Jörg Lehr von der Partei Die Linke. „Ich möchte daran erinnern: Streiks waren das Mittel für Arbeitnehmer, etwas zu erreichen“, so Lehr weiter. Lob gab es auch von Grünen-Politiker und Fraktionschef im Stadtrat Bernd Zobel: „Fridays for Future gibt der Klimabewegung einen Schub, der auch dringend nötig ist.“ Lösungsansätze hat Zobel ebenfalls parat. „Global denken, lokal handeln. Das heißt für die Grünen im Bund 45 Prozent erneuerbare Energie, Kohleausstieg, CO2-Steuer, Beschleunigung der Mobilitätswende“, beginnt Zobel Forderungen aufzuzählen. Für Celle erinnert er etwa an die geforderte Rücknahme des Beschlusses, aus dem Klimafonds der Stadt 50.000 Euro des Budgets von 430.000 Euro für Personalmaßnahmen zu entnehmen.

Bilanz der Politik fällt nüchtern aus

Das erste Drittel der Diskussionsrunde gerät zum Schaulaufen für die eigenen erreichten oder geforderten Maßnahmen, sowohl in Celle als auch auf Landes- oder Bundesebene, dem sich auch Jörn Schepelmann (CDU), Kirsten Lühmann (SPD) und Jens Brockmann (AfD) anschließen. Bode ist schließlich derjenige, der eine ehrliche Bilanz zieht, für die es anerkennenden Applaus gibt: „Alle Parteien haben in den letzten Jahrzehnten zu wenig getan.“ Für den Freien Demokraten sind zwei Ansätze wesentlich: Klimaneutralität im öffentlichen Nahverkehr und bessere Wärmedämmung in Gebäuden. AfD-Mitglied Brockmann hat einen globaleren Ansatz für eine Verbesserung der Umwelt und Ressourcennutzung. „Das geht nur über bessere Technologien und nicht über Hauruck-Aktionen“, fordert Brockmann.

Einheitliche Ansätze gibt es selten. Mal soll der verbesserte öffentliche Nahverkehr die Autofahrt in die Innenstadt ersetzen, mal der Wasserstoffverbrennungsmotor den klassischen Benziner.

Nach etwa eineinhalb Stunden sind Zuschauer mit Fragen an der Reihe. Eine Schülerin fasst zusammen, was viele weitere im Saal ähnlich sehen: „Ich finde, dass Politik kein Wettstreit ist. Es fällt die ganze Zeit der Begriff 'gemeinsam handeln'. Wir können uns nicht die ganze Zeit mit der Vergangenheit beschäftigen und müssen jetzt konkret etwas in Celle tun. Ich frage mich, wann das passiert.“

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