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Celle Stadt Witze-Titan Fips Asmussen begeistert in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Witze-Titan Fips Asmussen begeistert in Celle
16:52 09.09.2019
Witze-Erzähler Fips Asmussen räumte in Celle tüchtig ab. Quelle: Jörg Lange
Celle

„Das gut geölte Mundwerk aus dem Norden“, „Pointen-Dauerfeuer im 30 Sekunden-Takt“, „deutsches Urgestein in Sachen Humor“, „eine Institution in Sachen Stand Up Comedy“. Man muss sagen bei Fips Asmussen bekommt man das, was draufsteht – in seiner Werbung. Wer sich in die Höhle des gealterten Löwen begibt, merkt schnell, dass er vielleicht hin und wieder ein bisschen den Faden verliert, aber immer noch souverän zubeißen kann. Für Freunde des feineren, hintersinnigen Humors, der zumindest meist über der Gürtellinie spielt, ist so ein Asmussen-Abend allerdings nichts. Für die Fans seiner groben Witze lieferte der inzwischen 81-jährige Alleinunterhalter am Sonntag in der Celler CD-Kaserne allerdings eine beachtenswerte, über zweieinhalbstündige Show ab – quittiert mit langanhaltenden Beifallsstürmen.

Deftig, zotig, hemmungslos

Das Publikum war deutlich männlich – kaum mehr als 20 Prozent Frauen hatten sich in die Vorstellung „verirrt“. Erstaunlicherweise viele Herren „mittleren Alters“ – Nachfragen ergaben: Schon Fans der zweiten Generation à la „darüber hat schon mein Vater gelacht“. Was da so vom Stapel gelassen wurde, ist das, was man thematisch und verbal eigentlich von feisten Männergesellschaften beim Stammtisch nach den ersten alkoholischen Auflockerungsrunden zu hören bekommt. Dann, wenn die Hemmungen fallen, die Ohren zartbesaiteter, eben zimperlicher Damen weghören und man mal ungebremst in die deftige Witze und Zotenbüchse greifen darf – sexuelle und fäkale Anspielungen inbegriffen.

Erst Tucholsky, dann Witz-MG

Fips Asmussen wurde 1938 als Rainer Pries in Hamburg geboren. Er absolvierte eine Schriftsetzerlehre und wechselte anschließend in die Werbebranche. Ende der 1960er Jahre eröffnete er in Hamburg-Hohenfelde die Kabarett-Kneipe „Violette Zwiebel“ und war dort sowohl als Wirt als auch als Interpret tätig. Zu dieser Zeit umfasste sein Repertoire kabarettistische Lieder, Chansons und Gedichte , etwa von Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Kurt Weill oder Bertolt Brecht. Nach einigen Jahren gab Asmussen die Kneipe wieder auf. Nach der Phase anspruchsvollen Kabaretts, verlegte er sich ab 1973 als Fips Asmussen auf das für ihn charakteristisch gewordene Erzählen von Witzen in rascher Folge.

Humor-Schlammcatchen

Asmussen scheint sie alle zu kennen – allerdings in weitaus geballterer Form und Menge. Ein fast unglaublicher Fundus, den er reichlich und gerne für und über seine amüsierten Zuhörer ausschüttet. Lässt man so was wie political correctness und Feingefühl mal bei Seite, so ringt einem die gekonnte Pointierung und Wortklauberei und die deftige Komik in diesen irdisch-derben, sexistischen, Klischee behafteten Witzen – samt der kleinen Geschichtchen in die er sie einbindet - doch ein Schmunzeln ab – wenn auch nicht immer. Es ist in etwa das gleiche primitive Amüsement, wie es das Schlammcatchen, die Schadenfreude oder der Spaß an bestimmten TV-Realityshows hervorrufen.

Gelungener Abend - wenn man so etwas mag

Und die Anerkennung dafür ist gleichermaßen gezollt aus dem Mut so was einfach laut zu sagen: „Schmutzige Witze“ und „anzügliche Schweinereien“ – sogar in aller Öffentlichkeit und nicht nur in trauter Runde und hinter vorgehaltener Hand. Wer darauf vorbereitet war, bekam mit der Einmann-Show des Ur-Entertainers einen Abend vollsten Vergnügens und strapazierten Lachmuskeln – der stürmische Applaus zwischen und nach der Vorstellung bewies das. Die, die weniger wussten, was auf sie zukommt mussten sich eben akklimatisieren oder den Abend als Flop verbuchen. Verlassen hat die Vorstellung jedenfalls kaum jemand.

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