Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Pokémon Go wirkt sich positiv auf Celler Wirtschaft aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pokémon Go wirkt sich positiv auf Celler Wirtschaft aus
12:00 26.07.2016
Der City-Express hat die ideale Geschwindigkeit zum „Ausbrüten" von virtuellen Eiern. Gerade Celler Jugendliche nutzen die Bimmelbahn, um das Spiel Pokemon GO zu spielen. Quelle: Jonas Peisker
Celle Stadt

Ganz reale Auswirkungen werden im Elektronik-Einzelhandel verzeichnet. „Wir spüren seit das Spiel Pokémon Go auf den Markt gekommen ist eine verstärkte Nachfrage nach tragbaren Akkus, sogenannten Powerbanks. Jeden Tag kommen Kunden und fragen danach“, so Jens Fricke von dem Elektronik-Fachgeschäft Nehrig, „dabei handelt es sich vor allem um die jüngere Altersgruppe.“ Der Grund für den erhöhten Absatz von Powerbanks: Fortschritte im Spiel lassen sich nur durch das Zurücklegen einer möglichst großen Distanz erzielen. Längeren Spielspaß hat, wer das Smartphone unterwegs aufladen kann.

Findige Spieler versuchen indes, die eigene Anstrengung zu verringern. Renate Wegmeyer von Müller Bus-Touristik bestätigt: „Pokémon Go wird im City-Express gespielt. Durch die niedrige Geschwindigkeit der Bahn wird die Bewegung im Spiel registriert.“ Für 3,50 Euro können etwa fünf Kilometer bequem zurückgelegt werden. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann eine Stärkung gut vertragen. Christoph Müller, Inhaber von Café Müller, sieht positive Auswirkungen auf das Geschäft: „Besonders in der Filiale in Westercelle spüren wir eine verstärkte Nachfrage. Seit es dort in der Nähe eine Pokémon-Arena gibt, ist die Blumenstraße deutlich belebter.“

Die Kammerlichtspiele Celle nutzen das Spiel für eine Werbeaktion. „Da sich auch einige unserer Mitarbeiter für das Spiel begeistern können, haben wir uns entschlossen, ein Treffen zu veranstalten“, sagt Daniela Kroll von den Kammerlichtspielen. Dazu wurden am Brunnen auf dem Brandplatz kurzerhand Pokémon virtuell angelockt. Dies ist gegen eine geringe Gebühr in der App für eine halbe Stunde möglich. Monsterjäger bekamen neben reicher Beute dabei auch kostenloses Popcorn durch die Kammerlichtspiele geboten. Rund 300 Pokémon-Spieler folgten der Einladung. „Kommerzielle Hintergedanken hatten wir dabei nicht“, so Kroll.

Dass Pokémon Go die Nachfrage nachhaltig beeinflussen wird, ist unterdessen unwahrscheinlich. Zum einen wird der recht kleine Markt für Pokémon-bezogenes Zubehör schnell gesättigt sein. Das macht ja gerade den Reiz des Spiels aus: Mehr als das Smartphone, das viele ohnehin schon besitzen, und einen zusätzlichen Akku braucht es nicht. Zum anderen ebbt die Begeisterung im Internet erfahrungsgemäß genauso schnell wieder ab, wie sie aufgebrandet ist. Die Geschäfte vor Ort stört das nicht: Solange der Trubel andauert, werden dessen angenehme Begleiterscheinungen gerne gesehen.

Von Jonas Peisker