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Celle Stadt Projektwoche an der Pestalozzischule Celle: Plötzlich Vater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Projektwoche an der Pestalozzischule Celle: Plötzlich Vater
17:13 25.01.2018
Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick am Dienstagvormittag in der Pestalozzischule: Im Eingangsbereich sitzt der 15-jährige Pascal mit Lisa-Marie. Lisa-Marie ist nicht etwa eine Mitschülerin des Jungen, sondern sein Baby auf Zeit. Der Babysimulator verhält sich beinahe wie ein echtes Neugeborenes, weint, hat Hunger und macht in die Windel. „Ein Kumpel von mir wird bald Vater und ist auch erst 15. Ich möchte gucken, wie das ist und ihm vielleicht ein bisschen helfen“, so beschreibt der Schüler seine Begeisterung für das Projekt.

Mit einer großen Portion Gelassenheit trägt Pascal das Baby in der Trageschale durch die Schule. Auf dem Pausenhof trifft er auf seine Freunde. „Hey Pascal, seit wann bist du Vater?“ „Oh guckt mal, Pascal hat ein Baby“. Anfänglichem Spott der Mitschüler begegnet er mit lockeren Sprüchen. „Das ist Lisa-Marie und ich bin seit gestern Vater“, ruft er ihnen zu. Und so dauert es nicht lange, bis sich eine große Schülertraube um ihn gebildet hat und jeder etwas über das Baby erfahren möchte. Als es anfängt zu weinen, weiß der Probevater sofort, dass es Zeit für eine neue Windel ist. Dabei ist es egal, ob eigentlich gerade große Pause ist, deshalb zögert Pascal nicht und wickelt das Mädchen unter vielen interessierten Blicken.

Dass sich ein Baby nicht an Pausen oder feste Essenszeiten hält, hat Pascal in der vergangenen Nacht bereits gemerkt. „Ich hab ihr ein gemütliches Bett in einer Schublade gebaut. Nah an meinem Bett und mit Decken ausgelegt“, erzählt er. Trotzdem habe sie keine Gnade gekannt und alle zwei Stunden geschrien. Gähnend und mit kleinen Augen berichtet er, wie er versucht habe sie zu beruhigen. „Dann hab ich ihr halt die Flasche gegeben und sie im Arm geschunkelt.“

Während er von der ersten Nacht zuhause berichtet, beginnt Lisa-Marie mal wieder zu quengeln. Mit einem tiefen Seufzer, aber einem glücklichen Lächeln auf den Lippen, nimmt Pascal sie hoch. Wenn es ihm dann aber doch mal zu viel wird, kann er auf die Unterstützung von seiner Mutter und seinen Freunden zählen. „Die haben gleich angeboten, mir zu helfen und auch mal auf die Kleine aufzupassen“, sagt der 15-Jährige. Einzig seine Katze habe ein Problem mit dem Familienzuwachs. „Die war ganz verwirrt und hat mich erst einmal gekratzt, als ich mit dem Baby zuhause ankam“, erzählt er schmunzelnd.

„Pascal macht das ganz toll“, freut sich Projektleiterin Cordula Uhde von der Caritas. Die Pädagogin lobt sein Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Zu Anfang habe er sie besorgt gefragt, ob er das Baby überhaupt aufnehmen könne, weil seine Eltern zu Hause rauchen. Er wisse ja, dass das nicht gut sei für Kinder. Eine Woche lang begleitet Uhde den Neuntklässler während der Schulzeit beim Projekt Eltern auf Zeit“ und steht ihm mit Rat und Tat zu Seite. Wenn die Schule aus ist, ist er allerdings wieder auf sich gestellt. Das macht der Pädagogin aber keine Sorgen. „Er ist so einfühlsam und vorsichtig, ich denke, das Baby ist gut bei ihm aufgehoben“, sagt Uhde.

Nach der Schule möchte der Fünfzehnjährige gerne Konditor oder Bäcker werden. Einen Beruf zu erlernen und arbeiten zu gehen sei sehr wichtig, wenn man eine Familie gründen möchte. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, Vater zu werden antwortet er grinsend: „Auf jeden Fall, ich möchte mich gerne um ein richtiges Kind kümmern. Aber ein bisschen kann das ruhig noch dauern.“ Und dann nimmt er Lisa-Marie auf den Arm, legt sie behutsam in die Babyschale und geht mit ihr nach Hause.

Von Marie Nehrenberg

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