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Celle Stadt "Omas gegen Rechts" dürfen an Stammplatz zurück
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Omas gegen Rechts" dürfen an Stammplatz zurück
14:33 04.12.2019
Geht doch: Die Stadt hat eingelenkt, die "Omas und Opas gegen Rechts" dürfen wieder an ihrem Stammplatz stehen. Quelle: Gunther Meinrenken
Celle

Die Stadtverwaltung rudert zurück. Gestern hat die zuständige Dezernentin Susanne McDowell die Entscheidung zurückgenommen, wonach die "Omas gegen Rechts" für die Zeit des Weihnachtsmarktes auf dem Brandplatz stehen müssen. Jetzt können sich die mutigen Senioren, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzen, wieder vor Nordsee an der Litfaßsäule aufstellen – was sie entgegen der Anordnung der Stadt eh bereits seit vergangenem Samstag gemacht hatten.

Grüne "fassungslos"

Der "Omas-gegen-Rechts"-Bann hatte der Stadt viel Kritik eingetragen. Unter anderem hatten sich die Grünen und die SPD AG 60plus für die "Omas und Opas gegen Rechts" stark gemacht. Der AfD in der Congress Union ein Forum für ihre "ausgrenzende Politik" bieten, aber gleichzeitig die Omas gegen Rechts an den Rand der Innenstadt drängen – für den Vorsitzenden der Grünen-Ratsfraktion, Bernd Zobel, hatte die Stadt politisch einen falschen Kurs eingeschlagen. Nachdem das Neue Rathaus die Senioren auf den Brandplatz vertrieben hatte, war Zobel "fassungslos, wie leichtfertig die Stadtverwaltung mit dem Engagement älterer Celler Bürger umgeht".

Wie "Querulanten" behandelt

„Seit Wochen engagieren sich Menschen unaufgeregt aber unermüdlich für die Demokratie. Deutschlandweit wird diese Form des Protests als vorbildliches und mutiges Bürgerengagement gefeiert. Doch statt dieses Engagement zu fördern und zu loben, werden ältere Menschen des Platzes verwiesen wie Querulanten", so Zobel vor dem Hintergrund, dass die Stadt das Versammlungsrecht und die Sondernutzung durch die Ausdehnung des Wochenmarktes in die Zöllnerstraße und den Weihnachtsmarkt bemüht hatte, um zu begründen, warum der angestammte Standort den Omas gegen Rechts für ihren stillen Protest bis Ende Dezember nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könnte.

Omis als Störenfriede?

"In Zeiten, wo sich alle Forscher einig sind, dass unsere Demokratie akut gefährdet ist, sollte man sich als Stadtverwaltung genau überlegen, ob solche Maßnahmen geeignet sind und welches Signal damit in die Bevölkerung gesandt wird", meinte Zobel. Man stelle sich einmal vor, was passiert wäre, wenn sich die Omas gegen rechts der Aufforderung der Stadtverwaltung widersetzt hätten. Wenn sie einfach an ihrem Stammplatz vor Nordsee geblieben wären. "Wären sie dann polizeilich abgeführt worden, weil sie den öffentlichen Frieden stören? Denn nichts anderes sagt die Stadtverwaltung, indem sie das Versammlungsrecht bemüht“, so Zobel.

"Beschämende" Verbannung

Unterstützung erhielten die Omas gegen Rechts auch von der SPD AG 60 plus. Deren Vorsitzender Gerhard Skradde, meinte: "In Zeiten rechtspopulistischer Äußerungen und Angriffe auf die Demokratie ist das Zeichen, das Omas und Opas gegen Rechts setzen ein so wichtiges Statement, weil gerade diese Generation genau weiß, wovon sie spricht und wofür sie sich einsetzen. Weihnachtsmarkt und Weihnachtszeit sollen uns erinnern an Besinnlichkeit, Miteinander und Frieden auf Erden." Da sei es geradezu beschämend, dass die Stadtverwaltung die Bewegung und den stillen Protest an den Brandplatz verbannt hat. "Der Stadt scheint ein Hochglanz-Weihnachtsmarkt wichtiger zu sein als dieses klare, sichtbare Bekenntnis gegen Rechts", vermutete Skradde.

Von Gunter Meinrenken

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