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Celle Stadt Psychiatrie: "Brauchen Behandlung vor Ort"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Psychiatrie: "Brauchen Behandlung vor Ort"
14:26 11.07.2011
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Beins legte dar, dass die Patienten und deren Angehörige derzeit noch immer ins Klinikum Wahrendorff fahren müssten, das im 50 Kilometer entfernten Ilten liege. Das sei nicht zumutbar. „Viele Patienten finden den Weg erst gar nicht in die psychiatrische Klinik, weil die Anbindung mit öffentlichen Verkerhsmitteln sehr kompliziert ist“, so Beins.

In der Psychosozialen Beratungsstelle der Diakonie und in den anderen psychiatrisch tätigen Einrichtungen in Celle sei man daher sehr froh gewesen, dass das Klinikum Wahrendorff eine psychiatrische Klinik in Celle bauen will. Dies sei eine deutliche Verbesserung der Versorgungs- und Behandlungssituation der Patienten, so Beins. „Mit einer klinischen psychiatrischen Behandlung in Celle wird endlich eine letzte Versorgungslücke in unserer Region geschlossen und eine gute, moderne Behandlung der psychisch erkrankten Menschen aus Celle Stadt und Landkreis nachhaltig sicher gestellt. Hiermit erhält die bisher schon ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Klinikum Wahrendorff eine noch bessere Qualität“, meinte der Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle.

Beins ging in diesem Zusammenhang auch auf den Umstand ein, dass einige Anwohner Unterschriften für die Aufstellung eines Bebauungsplanes gesammelt haben und dabei auch Vorurteile gegenüber psychisch Kranken geäußert hätten. „Umso bedauerlicher ist es, dass die Anwohner um ihre Sicherheit fürchten und längst überholte Ressentiments gegen psychisch erkrankte Menschen wieder hervorgeholt werden. Hierüber muss offen gesprochen und informiert werden. Es wäre schädlich, wenn sich etwaige Bedenken in anonymen Unterschriftenaktionen äußern. Mit dem Thema psychische Erkrankung muss offen und ehrlich umgegangen werden. Wir regen an, darüber in einer Gesprächsrunde mit allen Interessierten und Betroffenen in den Austausch zu treten.“

Für Beins ist klar, dass der Neubau nicht verhindert werden dürfe. „Die Verhinderung dieser wichtigen Behandlung für unsere psychisch erkrankten Mitbürger würde dem Gesundheitsstandort Celle Schaden zufügen“, so Beins.