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Celle Stadt Ein Täter nach Überfall identifiziert (+ Video)
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Räuber bei Überfall auf Juwelier in Celle getötet - Täter identifiziert

15:47 15.09.2020
Von Jürgen Poestges
Am 14. September kam es in der Neuen Straße in Celle zu einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft. Quelle: Oliver Knoblich
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Celle

Es waren Szenen wie in einem Fernsehkrimi, die sich am Montagnachmittag in der Neuen Straße in Celle abspielten. Um 15.50 Uhr erreichte die Polizei telefonisch die Nachricht vom Überfall auf einen Juwelier in der Altstadt, der auch Gold, Gemälde und Antiquitäten an- und verkauft. Zwei bewaffnete Männer hatten den Verkaufsraum betreten und von dem 71 und 72 Jahre alten Inhaber-Ehepaar die Herausgabe von Geld und Schmuck verlangt. Nach den tödlichen Schüssen in einem Juweliergeschäft in Celle ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsinhaber wegen des Verdachts auf Totschlag. Gleichzeitig wird geprüft, ob der Mann in einer Notwehrsituation war.

Ladenbesitzer greift nach eigener Waffe

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei griff der Ladenbesitzer nach seiner eigenen Waffe und schoss. Einer der Täter wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch vor Ort starb. Der zweite Mann wurde nach notfallärztlicher Versorgung vor Ort mit schweren Verletzungen ins Allgemeine Krankenhaus (AKH) gebracht. Er starb in der Nacht.

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Die Ermittlungsarbeit dauerte bis in die späten Abendstunden.  Quelle: Moritz Frankenberg

Inhaber und Frau traumatisiert

„Der Inhaber und seine Frau, die auch mit im Laden war, wurden nicht verletzt, sind aber schwer traumatisiert und werden betreut. Sie haben noch keine Aussagen machen können“, so Hasselmann.

Identität der Täter noch ungeklärt

Die Identität der beiden Täter war zunächst ungeklärt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom Dienstag hieß es inzwischen, bei einem der Tatverdächtigen handele es sich um einen 35-jährigen Deutschen. Zudem sei der Ladeninhaber zum Besitz der von ihm verwendeten Waffe berechtigt gewesen. Ob noch mehr als zwei Schüsse abgegeben wurden, möglicherweise auch durch die mutmaßlichen Täter, werde noch geprüft.

Kräfte der Spurensicherung arbeiten an dem Tatort in der Celler Innenstadt.  Quelle: Moritz Frankenberg

Erinnerungen an Überfall auf weiteren Celler Juwelier

Immer wieder werden Juweliere in Deutschland Ziel bewaffneter Überfälle, manche von ihnen wurden dabei verletzt oder kamen ums Leben. Im August 2011 etwa war das Celler Juweliergeschäft Hülstede ausgeraubt worden, die Besitzerin wurde zusammengeschlagen und gab den Geschäftsbetrieb später auf. Dass die Inhaber daher zum Schutz auch selbst über eine Waffe verfügen, ist nicht ungewöhnlich.

Ermittlungen gegen Räuber und Juwelier

Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten schweren Raubes gegen die beiden mutmaßlichen, verstorbenen Täter eingeleitet sowie eines wegen des Verdachts des Totschlags gegen den Inhaber des Juweliergeschäfts. Inwieweit die Voraussetzungen eines Handelns in Notwehr vorliegen, sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen, heißt es.

Rätselraten um Rollstuhl am Tatort

Außerdem gebe es Hinweise darauf, dass die mutmaßlichen Täter bei der Tatbegehung einen Rollstuhl zum Einsatz brachten, mit dem sie sich in das Geschäft begaben. "Die weiteren Ermittlungen müssen zeigen, ob dies Teil des Tatplans war", heißt es in der Pressemitteilung. Die Polizei sucht daher Zeugen, die möglicherweise die beiden mutmaßlichen Täter mit dem Rollstuhl in Tatortnähe gesehen haben.

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