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Celle Stadt So niedrig sind die Zugriffszahlen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt So niedrig sind die Zugriffszahlen
09:14 02.04.2019
Von Michael Ende
Celle

Nicht alltägliche Tonaufnahmen von Versammlungen, die live kaum jemand erleben möchte. Oliver Müller hatte sich darauf eingegroovt – und Ende 2017 das Celler „Rats-Radio“ aus der Taufe gehoben. Nach rund einem Dutzend „Sendungen“ von Sitzungs-Mitschnitten will der Stadtrat nun dem BSG-Ratsherrn Müller, der auch als Kult-DJ „Stereopaul“ bei Veranstaltungen und via Internet-Radio heißes Vinyl auflegt, den Stecker rausziehen: Das Format ist im Internet gefloppt. Im Celler Rat mag zwar vielleicht die Musik spielen. Aber hören will sie keiner.

Müller macht's

Nachdem sich die Politik im Frühjahr 2017 gegen Live-Übertragungen von Ratssitzungen im Internet ausgesprochen hatte, hatte der Stadtrat auf Antrag der Gruppe Grüne/WG/Partei die Übertragung von Ratssitzungen als Podcast-Audiodateien probeweise für ein Jahr beschlossen. Weil es kein anderer machen wollte, bot sich der technisch versierte Müller an, die Aufnahmen der Rats-Sitzungen zu bearbeiten, damit sie ins Netz gestellt werden können.

Quelle: Christian Charisius / Montage: CZ

"Wer will das hören?"

Torsten Schoeps (WG) hatte darauf hingewiesen, dass Sitzungs-Mitschnitte in anderen Städten auf "reges Interesse" bei den Bürgern stießen: „Das ist auf jeden Fall einen Versuch wert.“Für Müller hatte die Idee "Sexappeal". Rat sei nun mal öffentlich – auch wenn manchmal kein Zuschauer käme. Heiko Gevers (CDU) war von Anfang an skeptisch: „Nur Ton und kein Video? Wer will denn das hören? Das ist ja gar kein Radio, sondern ein Mitschnitt irgendwelcher dröger Aussagen während einer Sitzung. Das hören sich die Leute einmal an, und dann will sich das keiner nochmal antun.“

Viel Aufwand für nichts

Jetzt hat die Verwaltung eine Nutzungs-Bilanz des "Rats-Radios" gezogen. Fazit: Viel Aufwand für nichts. "In Anbetracht dieses Verwaltungsaufwandes und der immer geringeren Nutzung des Podcast-Angebotes schlägt die Verwaltung vor, dieses Vorhaben mit sofortiger Wirkung einzustellen", so Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU). „Und wer hört sich das an?“, hatte Joachim Falkenhagen (FDP) schon vor über einem Jahr voller Zweifel gefragt. Gevers zuckte damals mit den Schultern. „Vielleicht werden dann die Reden besser.“ Ob das eingetreten ist, sei dahingestellt. Zumindest werden die Reden voraussichtlich bald nicht mehr im Internet übertragen.

Mit der Einstellung der Rats-Podcasts beschäftigt sich der Celler Stadtrat in seiner Sitzung, die am Donnerstag, 4. April, um 17 Uhr in der Alten Exerzierhalle beginnt.

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