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Celle Stadt Jusos kritisieren Nigges Jugendpolitik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jusos kritisieren Nigges Jugendpolitik
14:19 28.12.2018
Von Dagny Siebke
Mehrere hundert Celler feierten Weihnachten in den Räumen des ehemaligen Rio's. Das Gebäude gehört der Stadt und soll demnächst abgerissen werden. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Celle

Nach der Posse um die Weihnachtsfeier am und im ehemaligen Café Rio's melden sich die Jusos Celle Wort und stellen die Jugendpolitik von Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) infrage. Wer den Umgang der Stadt Celle mit ihrer Jugend kritisiere, der erhalte häufig die Antwort, der Oberbürgermeister hätte doch extra einen Jugendbeirat gegründet, damit die Stimme der Jugend auch in Celle gehört werde, sagt die Nachwuchsorganisation der SPD. "Schaut man jedoch genauer hinter die Kulissen, zeichnet sich ab, dass den Verwaltungschefs wenig am Stadtnachwuchs liegt: Der Jugendbeirat erweckt lediglich den Anschein politischer Partizipation, hat de facto jedoch keinen Einfluss auf die Stadtpolitik."

Celle ist hochverschuldet. Um Kosten zu sparen, tritt die Stadt die Jugendhilfe zum 1. Januar 2019 an den Landkreis Celle ab. Die Jusos bemängeln, dass die Jugendhilfe damit nicht mehr "im Gestaltungseinfluss der Stadt Celle" stehe. Zudem "musste ein wichtiger Sportplatz für Jugend- und Schulsport einem Wohnmobilstellplatz weichen." Und dazu noch der Umgang mit dem Rio's: Zu Gunsten eines Straßenausbaus wurde die Kult-Jugendkneipe geschlossen und dann bislang doch noch nicht abgerissen. "Wer in Celle jung ist und unter Leute will, hat seinen wichtigsten Anlaufpunkt verloren", betonen die Jusos.

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Jusos: Bürgerfreundlichkeit sehe anders aus

Wie die Stadt nun auf die spontane Weihnachtsfeier vor und in dem ehemaligen Rio's-Gebäude über Facebook reagiert hat, überrascht die Celler Jusos kaum: „Es wird kein Interesse gezeigt, eine Verständigung oder gemeinsame Fortschritte zu erzielen. Stattdessen werden Jugendliche und jung Gebliebene, die bei der Rios-Feier dabei waren, als 'Chaoten' bezeichnet. Die Stadt Celle wäre gut damit gefahren, den defizitären Blick einmal abzulegen und einen Schritt auf die 'Chaoten' zuzugehen. Mit einem Aufruf zum gemeinsamen Aufräumen zum Beispiel hätte man Distanz abbauen und ins Gespräch kommen können“, sagt Yannick Tahn, Vorsitzender der Celler Jusos. „Herr Nigge hat darüber hinaus die Chance vertan, seine oft gepredigten Prinzipien der Bürgerfreundlichkeit und der digitalen Verwaltung – also auch die Bürgerfreundlichkeit im Netz – unter Beweis zu stellen. Geschickte Kommunikation sieht anders aus", findet der Juso-Vorsitzende

Was bleibe, habe einen sehr bitteren Beigeschmack, so der SPD-Nachwuchs. Seiner Meinung nach hätte die Stadtverwaltung auch anders handeln können, wenn beispielsweise die Verhältnismäßigkeiten anders bedacht worden wären. „Die Stadt hätte sicherlich gut daran getan, im Voraus abzuwägen, ob es die Sachbeschädigungen in einem vor dem Abriss stehenden Gebäude wirklich wert sind, sich weitere Schritte von der eigenen Jugend zu entfernen – und sich nebenbei mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit vor anderen Cellern zu blamieren“, argumentiert die stellvertretende Juso-Vorsitzende Sabrina Stieber.

Gunther Meinrenken 27.12.2018
Dagny Siebke 27.12.2018
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