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Celle Stadt Rock gegen Rechts
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rock gegen Rechts
17:26 31.07.2011
Rock gegen Rechts in den Trifftanlagen. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

CELLE (gn). „Die Zähne zeigt wer`s Maul aufmacht! Nazis entgegen treten!“ Das gelbe Transparent an der großen Bühne in der Celler Triftanlage war eindeutig. Fünf Bands, einig in ihrer Ablehnung jedweder faschistischer Tendenzen, rockten auf Einladung des „Forums gegen Gewalt und Rechtsextremismus“ und hatten in ihrer Musik viel zu sagen.

Das „Forum“, ein Bündnis interessierter Vertreter aus diversen Organisationen wie DGB, SPD, Die Grünen, Die Linken, Buntes Haus, Arbeitskreis Ausländer, VVN und Einzelpersonen, ist sich einig im Kampf gegen Gewalt und Rechtsextremismus. Mit dem Konzert wollte es einmal mehr Flagge zeigen und deutlich machen, dass es in Celle keinen Raum für rechtes Gedankengut und Rassismus geben darf.

Für das Forum begrüßte DGB-Regionsvorsitzender Nord-Ost-Niedersachsen, Hartmut Erb, eine ständig wachsende Zahl erwartungsfroher Besucher. Erb bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die das Event nicht möglich gewesen wäre.

Die Bands, wie die Celler „Random on Purpose“, ein Pop-Punk-Indie-Rock-Trio, die zwölfköpfige Band „G-Hör-Gang“ aus Detmold, die eine vielfältige Life-Show zwischen Reggae, Rock und Rap bot, „Squal Unit“ aus Celle mit eher jamaikanischen Klängen und „Forty MC, Slowy Mosen, SMA & DJ Playdead“ mit Rap „Holger Burner“, waren mehr als nur schmückende Beiwerk einer Veranstaltung, die durch die tragischen Ereignisse in Oslo und auf der Insel Utöya ungewollt traurige Aktualität erhalten hat.

„Wir konnten nicht erahnen, was in Norwegen geschehen ist“, so Erb, „aber es zeigt, dass unsere Arbeit wichtiger ist, denn je. Während die Norweger enger zusammenrücken, wird in Deutschland eine bessere Überwachung diskutiert“, kritisiert der Gewerkschafter.

Celles OB Dirk-Ulrich Mende bekundete, seit 35 Jahren gegen rechtsradikale Tendenzen anzugehen. „Man muss immer für Demokratie und Menschenrechte streiten. Gleich, welcher Hautfarbe und Religion und aus welchem Grund ein Mensch nach Deutschland gekommen ist; es dürfen daraus keine Ressentiments daraus entstehen“, so Mende

Celles Superintendent Hans-Georg Sundermann sorgte für einen der wenigen ruhigen Momente der Stille, als er zur Gedenkminute für die Toten der Wahnsinnstat eines Rechtsradikalen bat, für die an Leib und Seele Verletzten und deren Angehörigen. „Wir alle haben mit Schrecken gesehen, was „Rechts“ anrichten kann“, so Sundermann. Es beginnt mit Stammtischparolen, geht weiter mit Treffen von Neonazis, wie zum Beispiel auf dem Hof Nahtz bei Eschede, zeigt sich bei Einschüchterungen Andersdenkender und Menschen anderer Hautfarbe und endet in Gewaltakten und Wahnsinnstaten“.

Von Gert Neumann