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Celle Stadt "Coolster Kommissar" kommt in die CD-Kaserne
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Coolster Kommissar" kommt in die CD-Kaserne
09:00 09.01.2019
Von Dagny Siebke
Der Schauspieler Roland Jankowsky ist vom Fernsehmagazin "rtv" zum "Coolsten Kommissar 2018" gekürt worden. Quelle: Alexandra Kaumanns
Celle

Deutschlands „Coolster Kommissar“ tritt am Sonntag, 3. Februar, in der Celler CD-Kaserne auf. Roland Jankowsky mimt in der „Wilsberg-Krimi-Reihe“ die Rolle des Kommissars Overbeck. Dabei hat der 50-Jährige auf der Bühne noch ganz andere Talente zu bieten und trägt bei seiner Lesung schräge Krimi-Kurzgeschichten vor. Im Interview mit CZ-Redakteurin Dagny Siebke sprach er über Overbecks und seine Zukunft.

Wie haben Sie von der Auszeichnung des Fernsehmagazins „rtv“ zum „Coolsten TV-Kommissar“ erfahren?

Als ich über die Nominierungen informiert wurde, habe ich mir nicht so große Chancen ausgerecht. Schließlich gehörten namhafte Schauspieler wie Armin Rohde, Till Schweiger und Ronald Zehrfeld zur Konkurrenz. Doch als ich erfahren habe, dass ich beim Publikum „gut im Rennen“ läge, habe ich – trotz des Drehstresses – alle Hebel in Bewegung gesetzt, doch zu kommen . Am Ende hat sich der Fahrer verplappert, der mich mit einer Limousine vom Flughafen abgeholt hat. Bis dahin habe ich nicht an den Sieg geglaubt.

Sie verkörpern den sonderbaren Kommissar Overbeck bereits seit 20 Jahren. Wie hat sich Ihre Figur entwickelt?

Angefangen hat es mit drei Sätzen in einer Nebenrolle. Doch dann haben durch mein Spiel Redaktion und Autoren das Potential der Rolle erkannt. Seit ein paar Jahren bin ich nun sogar im Hauptcast. Interessante Nebenstränge geben Einblick in Overbecks Leben. Mal durfte er Heilsteine lobpreisen, als New-York-Cop durch die Gegend rennen oder als IT-Experte einen Fall lösen.

Welches Entwicklungspotenzial sehen Sie noch für Ihre Rolle?

Overbecks Rolle ist noch nicht auserzählt und die Zuschauer können mit ihm noch einige Höhen und Tiefen erleben. In einer der nächsten Folgen steht zum Beispiel unverhoffterweise Overbecks Tochter vor der Tür.

Wie viele Jahren könnten Sie noch dranhängen?

Ein Ziel von Redakteur und Hauptdarsteller war es, 50 Folgen abzudrehen. Am Samstag läuft schon die 62. Folge. Wir wollen noch die nächste runde Zahl schaffen. Für 2019 sind fünf Folgen geplant. Da ist die 75. Folge gar nicht so weit weg und vielleicht schaffen wir auch noch die 100. Folge...

Wie viel Roland Jankowsky steckt in der Rolle des Kommissars Overbeck?

Als Schauspieler bringt man zwar immer etwas Persönliches ein. Aber Overbeck ist jemand, der immer aneckt und von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert. Ich hoffe, dass das privat bei mir nicht so häufig vorkommt.

Wird Overbeck bei Ihrer Lesung am 3. Februar auch eine Rolle spielen?

Ich werde schräge Krimi-Kurzgeschichten lesen. Abgesehen von der Schrägheit des Kommissars gibt es aber keine weiteren Zusammenhänge. Die Celler sollen den Schauspieler hinter der Rolle kennenlernen und sehen, dass ich noch andere Sachen draufhabe. Ich schlüpfe an diesem Abend in bis zu zehn verschiedene Rollen mit unterschiedlichen Dialekten. Nach der Lesung höre ich von vielen Zuhörern: „So kannten wir sie aber noch nicht.“

Wann haben Sie das Handwerk dazu gelernt?

Schon in der Grundschule habe ich gemerkt, dass ich gerne im Mittelpunkt stehe. Meistens nicht zu meinem Vorteil. In der sechsten Klasse habe ich mit Schultheater angefangen und gerne Texte vorgelesen. Jahrzehnte später wurde ich in Köln gefragt, ob ich nicht ehrenamtlich beim bundesweiten Vorlesetag mitmachen möchte. Danach haben die Lehrerinnen gesagt, dass die Kinder bei ihnen im Unterricht nie so lange zuhören können. Meine Krimilesungen kommen sowohl in kleineren Orten als auch bei größeren Festivals gut an und sind schnell ausverkauft.

Welcher Krimi liegt bei Ihnen gerade auf dem Nachttisch?

Dort liegen eine Reihe von Anthologien, da ich gerade auf der Suche nach Anregungen für mein fünftes Programm bin. Meine Frau ist eine Bücherfresserin und hilft gerne mit. Schließlich muss bei meinen Lesungen immer ein Spannungsbogen drin sein. Privat lese ich gerne skandinavische Krimis, auch wenn dort mehr die Spannung und weniger der Humor im Vordergrund steht . Bei meinen Lesungen rollt auch schon mal ein Kopf und dennoch biegen sich die Zuschauer vor Lachen. Diese Mischung macht es. Für mich läuft es optimal, wenn mein Publikum und ich genauso viel Spaß haben.

Können Sie sich vorstellen, selbst einmal einen Krimi zu schreiben?

Der mit mir befreundete Ralf Kramp ist selbst Autor und Verlagsleiter und sagt: „Wer gut vorlesen kann, hat das Zeug dazu, selbst einen Krimi zu schreiben.“ Im Februar bringe ich mit ihm mein erstes Buch mit Geschichten heraus, die ich aber nicht selbst geschrieben habe. Ein „best-of“ meiner Lesungen. Es heißt: „Waffe weg, O...“ als Reim gedacht.

Waren Sie schon einmal in Celle?

Mein Vater ist mit seiner Lebensgefährtin von der Ostsee nach Celle gezogen. Die beiden haben sich im Vorfeld verschiedene Städte angesehen und gemerkt, dass Celle kulturell viel zu bieten hat. Bisher habe ich Celle immer zur kalten Jahreszeit besucht. Mir haben die Cafés im historischen Kern gefallen und der Kuchen war sehr lecker. Jetzt bin ich gespannt auf Celle als Spielort.

Roland Jankowskys Lesung „Wenn Overbeck kommt“ findet am Sonntag, 3. Februar, um 20 Uhr in der CD-Kaserne statt. Tickets gibt es ab 17,50 Euro. Die nächste Folge „Wilsberg“ läuft am Samstag, 12. Januar, um 20.15 Uhr im ZDF.

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