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Celle Stadt Rüffel für Betriebsrat – Vertrauen für Vorstand
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rüffel für Betriebsrat – Vertrauen für Vorstand
13:38 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Dieser Schuss ging für den Konzernbetriebsrat in der AKH-Gruppe nach hinten los. In einem Brief an den Aufsichtsrat hatte der Betriebsratsvorsitzende Ernst-Günter Mörsel moniert, dass Mitarbeiter des Hauses aufgefordert worden seien, an einer Fortbildung der Bartels Consulting GmbH, der Firma von Vorstandsmitglied Friedhelm Bartels, teilzunehmen. Als Referent war Vorstandsmitglied Stephan Judick im Entwurf für die Weiterbildung genannt worden, die sich mit dem Thema Gesundheitsökonomie vor allem an pflegende Leitungskräfte richtete. Was der Betriebsrat wider besseren Wissens in seinem Schreiben verschwieg: Das Seminar war längst abgeblasen worden, weil der Vorstand entschieden hatte, es im AKH in Eigenregie anzubieten.

Dennoch beschäftigte sich der Aufsichtsrat in seiner jüngsten Sitzung mit der „Fortbildungsquerele“. Im Vorfeld der Sitzung hatten Aufsichtsratsmitglieder von einer „auf den ersten Blick unglücklichen Konstellation“ gesprochen. Nach der Sitzung am Donnerstag war davon allerdings keine Rede mehr. Der Aufsichtsrat stellte sich vielmehr eindeutig hinter den Vorstand, der Konzernbetriebsrat musste hingegen einen deutlichen Rüffel einstecken.

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„Es wäre schön, wenn zukünftig vermeintliche Missstände direkt unter den Beteiligten angesprochen werden, bevor in breit gestreuten Schreiben der Eindruck von Fehlern und Fehlverhalten erweckt wird“, appellierte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Landrat Klaus Wiswe (CDU), besonders in Richtung des Konzernbetriebsrates.

Zuvor hatten die Vorstandsmitglieder Fragen der Aufsichtsratsmitglieder zu Organisation, Durchführung und Teilnahme von Fort- und Weiterbildungen beantwortet. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates habe Gelegenheit gehabt, so heißt es in einer Presseerklärung, die in seinem Schreiben vom 9. Oktober behaupteten Missstände näher zu begründen. „Im Ergebnis stellte der Aufsichtsrat fest, dass es keinen Anlass zu Kritik gibt“, heißt es. Der Aufsichtsrat habe die Diskussion zum Anlass genommen, allen Vorstandsmitgliedern sein vollstes Vertrauen auszusprechen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wiswe nutzte die Gelegenheit, um über das besondere Dienstverhältnis von Vorstandsmitglied Bartels aufzuklären. Er verwies darauf, dass der Dienstvertrag mit Bartels keine Vollzeitbeschäftigung, sondern ausdrücklich eine Fortführung seiner selbständigen Tätigkeit als Leiter einer Beratungsfirma, der Bartels Consulting GmbH, vorsehe. Nach CZ-Informationen hat Bartels einen Vertrag, in dem 100 Arbeitstage pro Jahr für das AKH festgelegt sind. Wiswe: „Dies mag nicht hinreichend bekannt sein, aber von der langjährigen Zusammenarbeit mit Bartels Consulting profitieren wir inhaltlich und finanziell.“ Bei gemeinsamen Seminaren für Kodierkräfte etwa hat das AKH einen sechsstelligen Gewinn gemacht.