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Celle Stadt Salat-Bar macht Schluss mit Einweg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Salat-Bar macht Schluss mit Einweg
17:54 07.09.2018
Von Dagny Siebke
Der Umwelt zuliebe verzichtet Antonio De Ciantis, Inhaber der Salat-Bar, ab Januar auf Einweg-Plastik. Wer spontan im Geschäft an der Schuhstraße vorbeikommt, kann gerne an einem Tisch Platz nehmen und dort aus einer Porzellanschüssel essen. Quelle: Dagny Siebke
Celle

Wenn Antonio De Ciantis etwas tut, dann macht er das mit Herz und Verstand. Der Inhaber der Saft- und Salat-Bar an der Schuhstraße meint es ernst mit dem Umweltschutz. Daher hat er seinen Kunden vor einer Woche angekündigt, dass er ab Januar keine Einwegverpackungen aus Plastik mehr benutzen will. „Sie können dann unsere Salate und Säfte mitnehmen, nur wenn Sie eigene Behälter mitbringen“, erklärt De Ciantis. Mit diesem Vorstoß dürfte der 67-Jährige in Celle der erste Geschäftsmann sein, der seinen Kunden wegen der Plastikflut Vorschriften macht.

„Wer nichts wagt, der darf nichts hoffen“, sagt Antonio De Ciantis mit Friedrich Schillers Worten. Ihm sei klar, dass viele Kunden im neuen Jahr das Weite suchen könnten. Ungefähr 70 Prozent seiner Kunden bestellten „to go“. Nur 30 Prozent äßen ihren Salat bei ihm im Bistro. Doch der Chef der Salat-Bar habe diesen Plan schon seit Jahren. De Ciantis: „Wenn das Geschäft nicht laufen würde, müsste ich auf jeden Euro schauen.“

Zudem hätten ihn die CZ-Aktion „Celle blüht auf“ und die aktuellen Klimaschutzdebatten ermutigt, einen Schritt weiter zu gehen, sagt De Ciantis: „Ich habe gemerkt, dass immer mehr Kunden auf Strohhalme und Plastiktüten verzichten. Innerhalb der vergangenen Woche sind mehr als zehn Leute täglich mit Behältern in die Salat-Bar gekommen.“ Seine sechs Mitarbeiter kontrollieren dann genau, ob die Gefäße sauber sind.

Halbe Sachen macht De Ciantis nicht. So wird er selbst keine Behälter mit oder ohne Pfand anbieten. Er beobachtet schon länger Bäckereien, die eigene Kaffeebecher anbieten: „Die Leute kaufen das zwar, aber bringen die Becher nicht wieder mit.“

De Ciantis ist davon überzeugt, „dass unsere Gesundheit von der Natur abhängt“. Er selbst ist in einem kleinen Dorf in der italienischen Region Molise aufgewachsen. De Ciantis erzählt: „Wir haben wie im Mittelalter gelebt. Es gab kein laufendes Wasser im Haus. Im Sommer haben die Leute gebetet, damit es bald wieder regnet. Im Winter haben wir mit Schafen, Ziegen und Eseln im gleichen Raum gelebt, um uns an ihnen zu wärmen.“

In Celle lebt De Ciantis schon seit 1990, nachdem er seine Pizzeria in Düsseldorf aufgegeben hat. „Als es jeden Tag Pizza und Pasta gab, habe ich mich gesundheitlich nicht mehr wohlgefühlt.“ Celle findet der Italiener wunderschön. „Es gibt hier viel Grün. Doch wir müssen Gutes tun, um dies zu erhalten.“