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Celle Stadt Von der Überhol- auf die Kriechspur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Von der Überhol- auf die Kriechspur
17:24 25.03.2019
Diskutierten über Standort D: (von links) Karsten Röttger (Ecoroll AG), Harald Becker (Deutsche Management Akademie) und Holger Koch (Werner Achilles GmbH & Co. KG) Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle

Etwas düster ging es zu beim jüngsten Celler Schloss-Gespräch, zu dem die Deutsche Management Akademie und der Verband der Metallindustrie Niedersachsens Inhaber und Führungskräfte niedersächsischer Unternehmen einluden: Die sollten Impulse für ihre Aktivitäten auf heimischen und internationalen Märkten erhalten. Geboten wurden zu Herzen gehender Soul von Tiana Kruskic & Friends und manchem an die Nieren gehende Wirtschaftsprognosen.

„Der Titel ist richtig, im Hinblick auf die Prioritäten, die in der Wirtschaftspolitik gesetzt werden“, unterstrich Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metallindustrie Niedersachsens, dem rund 300 Betriebe mit insgesamt 110.000 Beschäftigten angehören, das Thema des Talks: „Weltmeister Deutschland – Boxer ohne Deckung?“

Forscher erwarten weniger Wachstum

Nicht ohne Grund habe der Sachverständigenrat seine Wachstumsprognose auf jahresdurchschnittliche Zuwachsraten des realen Bruttoinlandsprodukts nach unten revidiert. „Das ist ein Alarmsignal für den Standort Deutschland“, stellte Schmidt fest. „Die Struktur des sogenannten Aufschwungs ist der Keim seiner Schwäche. Er ist vor allem getragen vom Konsum, gleichzeitig wird in Deutschland seit Jahren zu wenig investiert“, sagte Schmidt. Mittlerweile räche sich die wirtschafts- und steuerpolitische Abstinenz der Großen Koalition der vergangenen Jahre. „Dieser so genannte Aufschwung erweist sich als alles andere als stabil. Und auch der regierungsamtliche Optimismus hilft in der Sache nicht“, so Schmidt. „Von der Überholspur auf die Kriechspur.“ Hinzu komme das lang anhaltende Diesel-Bashing, das die Autoindustrie sehr belaste.

"Kein Weltuntergang"

Etwas positiver stellte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Professor Marcel Fratzscher, die ökonomische Situation in Deutschland dar: „Wir haben zurzeit die höchsten Beschäftigungszahlen, die es je gab.“ Daran seien in hohem Maße Zuwanderer und Frauen beteiligt, die in Jobs gekommen sind. Bund, Länder und Gemeinden melden höchste Überschusszahlen und die bisherige Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland sorge für hohe Wettbewerbsfähigkeit. „Die Konjunktur in Deutschland kühlt sich ab, aber das ist kein Weltuntergang. Wir sollten nicht zu schwarz malen, denn vor allem auf dem Arbeitsmarkt sieht es nach wie vor hervorragend aus und auch der private Konsum ist stark.“

Populismus, Protektionismus und Paralyse

Seine Sorge sei, dass die deutsche Wirtschaft nicht zukunftsfest ist. „Deutschland hat massiv aus Zuwendungen aus dem europäischen Ausland profitiert.“ Gleichzeitig skizzierte Fratzscher die Risiken, die selten so hoch seien wie zurzeit: Populismus, Protektionismus und Paralyse. Risiken für die Wirtschaft seien aber auch die noch unberechenbaren Auswirkungen des Brexit und eine drohende Rezession in den USA. Fratzschers Fazit: „Es ist eigentlich alles positiv – wenn nichts schief geht…“

Der Vorstand der Celler Ecoroll AG, Karsten Röttger, sagte, dass er mit der Entwicklung seines Unternehmens auch deshalb sehr zufrieden sei, weil sich die Sparte Medizintechnik gut entwickle. Um drohenden Einfuhrzöllen der USA zu entgehen, werde eine Produktionsverlagerung in die Vereinigten Staaten überlegt.

Schnell Verantwortung übernehmen

Für Holger Koch, Leiter Personalmanagement der Werner Achilles GmbH & Co. KG, ist ganz wichtig, die Ressource Mitarbeiter hoch aufzuhängen. Darum kreiert er in dem Unternehmen Arbeitsfelder, auf denen schnell Verantwortung übernommen werden muss. Wichtig sei ihm auch eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen. „Hier in Celle gibt es gute Fachkräfte, gut ausgebildete Leute.“

Gut ausgebildet werde auch, und das seit nunmehr 30 Jahren, in der Deutschen Management Akademie, wie Harald Becker betonte. Hier würden für Führungskräfte aus den Partnerregionen Theorie und Praxis zusammengeführt und hier würden auch niedersächsische Unternehmen von der Zusammenarbeit profitieren.

Von Lothar H. Bluhm

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