Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Schlosskapelle: Jeder Änderung wäre eine Verschlechterung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlosskapelle: Jeder Änderung wäre eine Verschlechterung
17:59 22.07.2011
Von Gunther Meinrenken
Besichtigung der Schlosskapelle mit Experten Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Die Schwierigkeiten in der Schlosskapelle waren nach einer Sanierung in den 70er-Jahren aufgetreten. Damals hatte man zur Stabilisierung der Statik Flüssigbeton zwischen die Innen- und Außenwand des Bauwerks gegossen. Die Folge: Die Feuchtigkeit ging nicht mehr durch das Mauerwerk. Noch bis Anfang der 90er-Jahre besichtigten allerdings jährlich bis zu 40.000 Personen die Kunstwerke des holländischen Malers Marten de Vos und hinterließen etwa 70 Kilogramm Flüssigkeit, die nicht abzuführen waren. An Gemälden und dem Holz traten Schäden auf, die aufwändig und teuer behoben werden mussten. Als Konsequenz wurde die Glaswand eingebaut, hinter der die Besucher nun stehen müssen - ins Innere dürfen sie nicht.

Mende würde diesen Zustand gerne ändern: „Wir wollen nicht permanent öffnen, sondern nur an bestimmten Tagen und anschließend wieder lüften“, legte der Oberbürgermeister dar, der die üppig ausgestattete Schlosskapelle nutzen möchte, um Celle als Residenzstadt noch stärker vermarkten zu können. Unterstützung erhält er dabei von Celles Kunstmäzenin Lieselotte Tansey, die erst kürzlich in Aussicht gestellt hat, sich an den Kosten einer Verbesserung der klimatischen Bedingungen zu beteiligen.

Doch ob es dazu kommt, ist fraglich. Bei den Experten der Fachhochschule Potsdam ist man skeptisch. „Jeder Kompromiss würde eine Verschlechterung der Situation mit sich bringen“, meinte Professor Dr. Steffen Laue. Nicht die reine Luftfeuchtigkeit an sich sei das Problem, sondern die Schwankungen, unter denen sich das Material ausdehnen und wieder zusammenziehen würde. „Die Glaswand war eine hervorragende Idee“, konstatierte Laue, während sein Kollege Klaus Landwehrs das Problem auf den Punkt brachte: „Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, hier zu stehen und Feuchtigkeit abzugeben.“

Mende wirkte am Ende des Rundgangs ernüchtert. Die Experten aus Potsdam werden jetzt erst einmal ihre Eindrücke zu Papier bringen und eventuell Vorschläge für eine kurzfristige Öffnung für kleine Besuchergruppen erarbeiten.