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Celle Stadt Schlosstheater Celle: "Auerhaus" erzählt vom steinigen Weg des Erwachsenwerdens
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlosstheater Celle: "Auerhaus" erzählt vom steinigen Weg des Erwachsenwerdens
13:05 25.01.2018
Die Darsteller Irene Benedict, Christoph Schulenberger, Simon Gilles und Alexander Prizkau (von links) geben Einblick ins letzte Schuljahr und die Gründung einer WG in einem kleinen Dorf im Westen Deutschlands der achtziger Jahre. Quelle: Alex Sorokin
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Was anfänglich mit Chaos beginnt, gewinnt im Laufe der Handlung durchaus Struktur. In einem puristischen Bühnenbild (von Maria-Isabel Graf) erzählt Ex-WG Bewohner Höppner (Christoph Schulenberger) über das letzte Schuljahr und ihr Leben als Wohngemeinschaft in einem kleinen Dorf im Westen Deutschlands der achtziger Jahre. Eigentlich ist es eher eine Art Tagebuch-Auszug – Erinnerungen und Begebenheiten, von denen Höppner berichtet – zwei Jahre danach. Konsequent fängt er mit „dem Anfang“ an.

Zwischen Erzähl- und Spielsequenzen erfährt der Zuschauer von „der Sache“: Eben mit seiner Freundin Vera (Irene Benedict – überzeugend als taffes, selbstbestimmtes Mädchen) aus einem spontanen Kurztrip nach Berlin, auf der Flucht vor Familie, erfährt Höppner in der Schule vom Selbstmordversuch seines besten Freunds Frieder. Zwischen Aufmüpfigkeit und Provokation, Träumen, Verletzungen und Enttäuschung finden sich fünf Jugendliche auf dem steinigen Weg ins Erwachsenwerden zu einer Wohngemeinschaft im leerstehenden Haus von Frieders verstorbenem Opa zusammen.

„Auerhaus“ bietet Schutz und Gelegenheiten gleicher Maßen. Es ist ein Stück, zusammengesetzt aus Erfahrungs-Bausteinen, Gefühlen und Geschehnissen – wie die gelben Getränkekisten, die zu immer neu zusammengesetzten Kulissen werden. Vieles bleibt angedeutet, angerissen. Einen roten Faden gibt es doch, den zieht Christoph Schulenberg als Erzähler und Betroffener gut. Alexander Prizkau spielt Frieder durchaus glaubhaft – diesen so begabten Jungen zwischen Euphorie und Depression, der seine Möglichkeiten weder begreift noch gut zu nutzen weiß und stattdessen seine Sinnsuche nach Leben an Nervenkitzel, Mutproben und Drogen verschwendet. Der vierte im Bunde wird Harry (Simon Gilles). Zwischen Comingout, Dealer und Bahnhofstrich wird er zum Paradiesvogel des WG-Lebens-Kaleidoskops. Wie Pauline (Annika Krüger) – Frieders Bekannte aus „der Klapse“ die später mit einzieht – ist er eher Randfigur. Während er seine Regenbogensplitter allerdings gut präsentiert, wäre eine Portion Sirene und Sexappeal mehr als feurige „Traumfrau“ überzeugender gewesen.

Von Doris Hennies

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