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Celle Stadt Schlosstheater Celle bringt Mark Twains Abenteuer auf die Bühne
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlosstheater Celle bringt Mark Twains Abenteuer auf die Bühne
02:06 14.02.2018
Alexander Prizkau verkörpert Mark Twains Abenteurer Tom Sawyer. Marius Lamprecht spielt seinen besten Freund Huckleberry Finn. Verena Saake mimt Tante Polly.  Quelle: Uwe Dreysel
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Die Welt ist ein großer Spielplatz – zumindest für Tom und Huckleberry. Den Kopf voller Phantasie und genialen Ideen erobern sie ihr Terrain und machen den Alltag zu einem nicht enden wollenden Abenteuer. „Das ist es, was wir mit dem Stück auch deutlich machen möchten“, so Gastregisseur Uwe Dreysel. „Mit Vorstellungskraft und Inspiration kann man überall etwas erleben – sich den Garten, den Park oder Spielplatz zum selbst kreierten Erlebnispark machen. So kann auch die Aller zum Mississippi werden. Es geht darum, Abenteuer zu erleben, angelehnt an die von Tom und Huck – oder ganz neue Geschichten zu erfinden“. Und Dramaturgin Mona vom Dahl ergänzt: „Wir hoffen, dass das Stück Kinder und Jugendliche animiert, mal die eingefahrenen Vorlagen von Videos, PC und Handy wegzulegen und sich raus zu bewegen. Es soll Lust machen auf andere, „neue“ Formen von Spielen.“

Im Kopf kann man sein, was man möchte – davon sind diese beiden ebenso überzeugt, wie die Helden in ihrem für Celles Bühne konzipierten Stück. So gibt es Rollenspiele auf und dann vielleicht auch vor der Bühne.

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Aber selbst für die, für die das Leben ein Abenteuer ist, gibt es Regeln und „vernünftige Erwachsene“. Auch Tom Sawyer und Huckleberry Finn leben im Kreise einer Gesellschaft, die Grenzen setzt. Nicht immer sind diese für die beiden Jungs einsehbar, stets ein Anreiz, sie zu übertreten, herauszufinden, wie weit kann man gehen – um sich dann später bei Tante Pollies Strafe – etwa zum Gartenzaunstreichen – wieder zu finden. „Deshalb ist das Stück auch eine Spiegelung der Gesellschaft, zeigt auf, wie sie funktioniert – oder eben auch nicht“, so die Dramaturgin. „Tante Polly ist da ein Beispiel, wie sich immer wieder Fragen nach dem „richtigen“ Erziehungsstil und –ziel auftun, zwischen gerechtem Zorn und Gewissensbissen.“

„Gewissensfragen“, so sieht es Uwe Dreysel, „stellen sich auch für Tom und Huckleberry. Einerseits leben sie verhältnismäßig regellos, sind aber gleichzeitig stets auf der Suche nach Regeln, die sie verstehen und akzeptieren können. Das ist auch eine Entwicklung für die eigene Moral – Fairness, Verlässlichkeit, Vertrauen und Gerechtigkeit spielen in den Geschichten von Mark Twain eine große Rolle.“

Von Doris Hennies

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