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Celle Stadt Schlosstheater-Umzug perfekt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schlosstheater-Umzug perfekt
13:21 27.06.2010
Von Michael Ende
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Celle Stadt

Standfußball vom Feinsten und nur mit einer Regel: Das Runde muss ins Eckige. Das boten am Sonnabend in der Celler CD-Kaserne die Akteure des Jux-Benefiz-Spiel „Hamlet gegen Kotelett“. Anlass war, dass noch eine andere runde Sache ins Eckige musste: nämlich das Schlostheater in den wuchtigen Klotz einer ehemaligen Panzer-Halle auf dem Gelände der CD-Kaserne. Perfektes Kurzpassspiel prägte die Begegnung – kein Wunder bei einem Spielfeld, dass so klein war, dass beinahe jeder jeden berühren konnte. Das Ergebnis des Spaß-Kicks, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1974 zurückreichen, war ein Novum. Es gab nur Sieger: 9:9 nach Einmeterschießen.

Die Partie war nur einer von vielen Höhepunkten des Umzug-Festtages, der auch mit einem Umzug begann: einer von Samba-Rhythmen begleiteten Parade vom Schloss bis zur neuen Theaterspielort an der Hannoverschen Straße. Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) winkte dem Umzug als Passant zu. Eigentlich hätte Mende mit dem Durchtrennen eines symbolischen Bandes die neue Residenzhalle, deren Umbau 300000 Euro gekostet hatte, eröffnen sollen – doch der OB habe in letzter Sekunde abgesagt, berichtete Intendantin Bettina Wilts und machte aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl: „Das ist schon ein Wermutstropfen.“ Doch es blieb der einzige an diesem Tag.

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Nach der Parade erwartete die Besucher ein abwechslungsreiches Programm. Während diverser Führungen konnten sie das Gelände und die Halle mit allen Ihren Raffinessen erkunden. Kinder gestalteten ihre eigenen Buttons oder bemalten Kulissen.

Für das außerordentliche Engagement aller Beteiligten, die zur Realisierung des Traums von der Residenzhalle, die mehr sei als nur ein Provisorium, beigetragen haben, bedankte sich Theatervereins-Vorsitzender Christian Burchard: „Das war großartig. Jetzt hoffe ich, dass nicht nur das Ensemble, sondern auch die Besucher die neue Halle mit Leben füllen und dass die Besucherzahlen nicht etwa zurückgehen, sondern im Gegenteil noch steigen. Wir sind auf Erfolge angewiesen.“

Und nach einem Erfolg sehe es wahrlich aus, meinte nicht nur Celles Kulturausschuss-Vorsitzende Amei Wiegel (SPD): „Ich als Abonnentin bin wahnsinnig gespannt auf das, was uns hier erwartet. Auch für das Jugend- und Veranstaltungszentrum ist das Theater eine echte Bereicherung, die das Angebot abrundet.“

Landrat Klaus Wiswe (CDU) zeigte sich beeindruckt von der „stolzen Leistung“ aller am Umzug beteiligten. Die auf zwei Spielzeite ausgelegte Kasernen-Diaspora eröffne bisher ungeahnte Chancen: „Die neue Halle bietet enorme Möglichkeiten – hier kann jetzt mal richtig experimentiert werden. Es könnte sein, dass manch einer das besser finden wird als das, was im altehrwürdigen Schlosstheater möglich ist.“