Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Schock in Haesler-Siedlung: Mieter müssen bis Ende August raus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schock in Haesler-Siedlung: Mieter müssen bis Ende August raus
18:36 09.03.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Anwohner Claus Schlaberg zog vor zehn Jahren als Architektur-Liebhaber in die Straße Vogelsang ein. Wegen des maroden Stahlgerüstes muss er nun seine Wohnung räumen. Quelle: Audrey-Lynn Struck
Celle Stadt

Im Stahlskelett wurden Korrosionsschäden fest gestellt. Die Westseite der Bauhaussiedlung aus den 30er Jahren zieren nun Holzbalken, die seit Ende Dezember den maroden Stahl abstützen.

Viele der Mieter sind unglücklich über den baldigen Auszug. Sie schätzen die Haesler-Sieldung nicht nur für ihre Toplage und den günstigen Preis. Jede Wohnung hatte zusätzlich zum Keller auch einen eigenen Garten. "Das was ich hier hatte, bekomme ich nie wieder", ist ein Anwohner überzeugt.

Eigentümer ist die Wohnungsbaugesellschaft (WBG). Dort bedauere man die Situation "wirklich sehr" und suche das Gespräch mit den Anwohnern, heißt es. "Wir kümmern uns um jeden einzelnen Mieter im persönlichen Gespräch und bieten alternative Wohnungen und eine Umzugspauschale an", verspricht Geschäftsführer Matthias Hardinghaus. Zwangsräumungen seien nicht in Sicht. "Ich bewundere die Gelassenheit, mit der die Mieter kooperieren", sagt er.

Das scheint allerdings nicht für alle Anwohner zuzutreffen. "Ich habe hier bisher keinen getroffen, der die Situation lustig findet oder damit zufrieden ist. Es ist entsetzlich, dass ich hier raus muss", sagt ein Mieter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Zu groß sei seine Sorge vor Konsequenzen seitens der WBG. "Auf den Putz hauen kann man, wenn man Geld hat. Habe ich aber nicht." Die WBG habe allen Mietern nur eine Wohnung angeboten und "damit ihre gute Christenpflicht erfüllt", spottet der Rentner. Er müsse das Angebot annehmen, wenn er nicht obdachlos werden möchte. "Immerhin finanziert die WBG den Umzug mit etwa 500 Euro", so der Rentner. Außerdem bezahlen alle Anwohner seit Dezember nur noch die Hälfte des Mietpreises.

Der Celler Claus Schlaberg wohnt seit mittlerweile zehn Jahren im Vogelsang. "Ich bin hier als Architektur-Liebhaber eingezogen. Für mich sind die Gebäude ästhetisch ein Wunderwerk", sagt der promovierte Semiotiker. Mit der angebotenen neuen Wohnung und der Hilfe der WBG ist er zufrieden. Dass erst so spät Schäden festgestellt wurden, kann er jedoch nicht nachvollziehen. "Ich glaube nicht, dass die Korrosion plötzlich kam. Das hätte man besser untersuchen sollen. Es war klar, dass das Stahlskelett der wunde Punkt der Gebäude ist", so der 48-Jährige. Als Bauhaus-Liebhaber sehe er es ungern, wenn die ganze Siedlung abgerissen würde und nicht einmal ein Teil erhalten bliebe.

Ob die Haesler-Gebäude nach dem Auszug der Mieter saniert oder abgerissen werden, dazu kann sich die WBG noch nicht äußern. "Rein wirtschaftlich gesehen müssten die Gebäude schnellstmöglich abgerissen werden", so Hardinghaus. Denn eine Sanierung sei für die WBG erheblich teurer als ein Neubau. Auch für die zukünftigen Mietern würde sich einiges ändern. Nach Angaben von Hardinghaus würden die Mieten nach einer denkmalgerechten Sanierung beispielsweise des Objekts Galgenberg 20 von derzeit 4 bis 4,50 Euro auf 14,50 Euro steigen, damit die WBG von einer wirtschaftlichen Maßnahme sprechen könne.

Gegen den Neubau spreche neben dem Denkmalschutz aber auch "die Bedeutung Haeslers für die Stadt", so der Geschäftsführer. Alle Beteiligten würden nun an einer vertretbaren Lösung arbeiten.

Als besonderes Novum bezeichnete Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge die geplante Jugendkonferenz, die er zusammen mit Kai Thomsen, dem Geschäftsführer der CD-Kaserne, Leon Zakfeld und Veronika Karpukhova, Mitglieder des Celler Jugendbeirates, vorstellte. Familie und Jugend sei ihm schon immer ein besonderes Anliegen gewesen.

09.03.2018

Die Eröffnung des Famila-Einkaufszentrums auf dem Areal des ehemaligen Real-Marktes in Groß Hehlen ist von der Kieler Handelskette verschoben worden. Ursprünglich war der 19. April als Termin anvisiert.

Gunther Meinrenken 09.03.2018

Am Bahnhofsvorplatz wird es schnell mal eng. Nicht nur, dass sich dort Fahrräder und Autos drängeln, Reisende ankommen und abfahren. Bauliche Hindernisse sorgen für zusätzlichen Engpass, betroffen davon sind vor allem Menschen mit Behinderungen. Schilder, ein Mülleimer, Fahrplaninformationen der CeBus – alles ragt in den Fußweg hinein. „Begegnungsverkehr von Fußgängern ist hier nicht möglich. Die Situation verleitet eher zu einem sportlichen Slalomlauf“, hat ein Leser an die Redaktion geschrieben. Doch nun ist eine Änderung in Sicht.

Carsten Richter 09.03.2018