Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt "Schützen-Hauptstadt" wird Ruf gerecht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Schützen-Hauptstadt" wird Ruf gerecht
16:55 20.07.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Voller Schreibtisch, voller Terminkalender - der Alltag hat Detlev Doering seit gestern wieder. Nach dem Schützenfest stürzt sich der Oberste Hauptschaffer der Celler Schützen wieder in seine Arbeit als Personalchef der Celler ITAG. Als er die Uniform in den Schrank gehängt habe, sei das mit dem guten Gefühl geschehen. Gerne erinnere er sich daran, dass Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister beim Fischessen gesagt hatte, Celle sei die "Hauptstadt des niedersächsischen Schützenwesens". Doering: "Wir haben nach Kräften versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden. Das Schützenfest war schön - eine runde Sache.""

Dabei habe man noch kurz vor Festbeginn bangen müssen, erinnert sich Doering: "Die Wettervorhersage sah alles andere als rosig aus." Doch Regen und Gewitterstürme hätten die Celler Schützen und ihre Gästen weitestgehend verschont: "In dieser Hinsicht haben wir richtig Dusel gehabt. Es gab zwar ein paar Regengüsse, aber die passten sozusagen meistens zum Festprogramm. Es war auch nicht allzu heiß. Man kann sagen, dass das Wetter mitgespielt habe."

Mitgezogen hätten auch Tausende von Cellern, die zu den Umzügen und auf den Festplatz geströmt seien, so Doering: "Ein Highlight war hier sicherlich der Fackelumzug mit Großem Zapfenstreich, den sich gut und gerne 3000 Celler angesehen haben." Und auch die Schausteller seien zufrieden gewesen, so der Hauptschaffer: "Der Platz war richtig voll." Das freue die Schausteller: "Und genau deshalb kommen manche von ihnen auch schon 40 oder gar 50 Jahre immer wieder zu uns nach Celle - das tun sie nicht ohne Grund." Ärgerlich sei gewesen, dass zwei Schausteller mit größeren Geschäften die Platzorganisatoren versetzt hätten: "Die riefen ein paar Tage vor Festbeginn an und teilten uns mit, dass sie nicht kommen würden. Das ist unschön. Aber die Lücken auf dem Platz haben wir so aufgefüllt, dass es nicht auffiel."

Eher eine Lücke als die erhoffte Zusatz-Attraktion war der erstmals veranstaltete Wochenend-Trödelmarkt hinter dem Festzelt. Hier dominierte der Verkauf von Gebraucht-Kleidung. Die wenigen Stände auf dem staubigen Parkplatz lockten zu Recht kaum jemanden an - das war nichts. So empfindet es auch Doering: "Der Trödelmarkt hat uns enttäuscht. Hinzukommt noch, dass der selbe Veranstalter am selben Wochenende in der selben Stadt noch einen Flohmarkt organisiert hat - da gibt es Gesprächsbedarf." Den sieht Doering auch hinsichtlich der Marsch-Organisation. Zwar habe es hier keine akuten Probleme gegeben, aber: "Auch das kann man bestimmt optimieren. Wir wollen da noch mal mit der Stadt reden."

Wenig Probleme habe man mit Randalierern gehabt, freut sich Doering: "Ein paar Radaubrüder warten zwar auch da, aber die wurden schnell zur Räson gebracht." Dem friedlich-fröhlichen Charakter des Festes habe das keinen Abbruch getan. Das meint auch Eva-Carina Narloch, Sprecherin der Polizei Celle: "Das Schützenfest war für uns eine vergleichsweise ruhige Zeit. Es gab zwar ein paar Situationen, in denen polizeiliches Eingreifen nötig war, aber das hielt sich in Grenzen." Rangeleien, Beleidigungen und Ruhestörungen gehörten auch ohne Schützenfest zum normalen Geschäft der Beamten, so Narloch.