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Celle Stadt Schon wieder Losverfahren an IGS
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schon wieder Losverfahren an IGS
11:00 10.05.2019
Von Gunther Meinrenken
Wann gibt es eine Lösung für eine Oberstufe an der Celler Gesamtschule? Nachdem Gespräche mit dem HBG nicht erfolgreich verlaufen sind, soll die IGS nun mit dem Gymnasium Ernestinum über eine gemeinsame Oberstufe verhandeln. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Trotz der immer noch ungeklärten Frage einer eigenen Oberstufe übt die Celler Gesamtschule weiterhin eine große Anziehungskraft auf Eltern und deren Kinder aus. Beim Anmeldeverfahren am Montag und Dienstag dieser Woche haben die 180 zur Verfügung stehenden Plätze erneut nicht ausgereicht. An der IGS war wie in den Vorjahren ein Losverfahren erforderlich: Bei 226 Anmeldungen haben letztlich 46 Celler Schüler keinen Platz an ihrer Wunschschule erhalten. Etwas weniger als in den Vorjahren: Zum Schuljahr 2017/2018 wollten 242 Grundschüler auf die IGS, im vergangenen Jahr waren es 237.

Landkreis verweigert Auskunft

Die aktuellen Anmeldezahlen hat die Cellesche Zeitung erst auf Intervention beim Kultusministerium von der Landesschulbehörde erfahren. Der Landkreis, in dessen Zuständigkeit das Anmelde- und Losverfahren liegt, hat die Herausgabe der Daten auch auf wiederholtes Nachfragen beharrlich verweigert. "Erst wenn das gesamte Anmeldeverfahren aller weiterführenden Schulen abgeschlossen ist, erfolgt die statistische Auswertung, die dann an die Kreistagsmitglieder übermittelt wird. Danach wird die Öffentlichkeit informiert und bis dahin sehen wir von weiteren Stellungnahmen ab", lautete die Begründung von Landkreis-Sprecher Tore Harmening.

Gespräche HBG-IGS abgebrochen

Was der Landkreis außerdem nicht offensiv nach außen getragen hat: Vor etwa fünf Wochen sind die Gespräche für eine gemeinsame Oberstufe zwischen der IGS und dem Hermann-Billung-Gymnasium eingestellt worden. In den Worten von Landkreis-Sprecher Harmening klingt das so: "Bei den Gesprächen zwischen HBG und IGS ist keine Einigung erzielt worden, das hat der Landkreis zur Kenntnis genommen."

Eltern und Kollegium gegen Kooperation

Die wahren Gründe erläutert HBG-Direktor Mirko Truscelli: "Tatsächlich ist es so, dass eine Kooperation mit der IGS von meinem Kollegium und meiner Elternschaft mit einer großen Mehrheit abgelehnt worden ist. Wie sinnvoll dann eine Kooperation ist, der zwei beteiligte Gruppen ablehnend gegenüberstehen, überlasse ich dem Betrachter. Zumindest ist diese Ablehnung meines Kollegiums und meiner Elternschaft der Grund dafür, dass Kooperationsverhandlungen nicht weiter verfolgt werden."

Verhandlungen mit Ernestinum

Beim Landkreis setzt man nun erneut auf die Karte Ernestinum. Doch ob die dieses Mal sticht? Seit der Einrichtung der IGS haben die Schulplaner an der Trift eigentlich darauf gebaut, dass Gesamtschule und Ernestinum kooperieren würden. Im März verkündete allerdings der damalige Schulamtsleiter Reinhard Toboll: "Zwischen den beiden Schulen kam man auf keinen gemeinsamen Nenner. Um die Kuh vom Eis zu kriegen, können wir auch damit leben, wenn es ein anderes Gymnasium wird." Nun heißt es also: Kommando zurück, Ernestinum und IGS sitzen am Verhandlungstisch.

Dazu Landkreis-Sprecher Harmening: "Wenn es zu einer dauerhaften und verbindlichen Zusammenarbeit im Bereich der Oberstufen käme, könnte dies nicht nur für die IGS von Vorteil sein. Hier sind die Schulen gefordert, eine solche Zusammenarbeit zu prüfen. Eine Aufgabe oder auch nur Einschränkung der gymnasialen Eigenständigkeit des Ernestinums wird nicht erwartet."

IGS-Eltern wollen eigene Oberstufe

Doch haben solche Gespräche Aussicht auf Erfolg? Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Verhältnis zwischen IGS und Ernestinum nicht das beste ist und im Kollegium und der Elternschaft des Ernestinums gleichfalls Bedenken gegen eine Kooperation mit der IGS bestehen sollen. Eine Anfrage an Ernestinum-Direktor Johannes Habekost und den Schulelternrat des Gymnasiums blieb unbeantwortet.

Und an der Gesamtschule scheinen die Eltern vorerst nicht gewillt, von ihrem Wunsch nach einer eigenen Oberstufe abzurücken. "Der Schulelternrat der IGS hat vor 14 Tagen bestätigt, dass wir Eltern eine eigene gymnasiale Oberstufe an der IGS Celle haben wollen", erklärt Schulelternratsvorsitzender Carsten Rusitschka, der dies auch in ersten Gesprächen mit der eigenen und der Schulleitung des Ernestinums herausgestellt habe. Nicht unbedingt die beste Basis für eine Kooperation. IGS-Leiterin Meike Kerker klingt dennoch ein Stück weit zuversichtlich: "Derzeit finden Gespräche mit dem Ernestinum statt. Wir sind optimistisch, in Kürze belastbare Informationen veröffentlichen zu können."

Meinung von Gunther Meinrenken

Eiertanz

Zuerst kommt die Politik, dann die Öffentlichkeit. Auf diesen Nenner lässt sich die Begründung des Landkreises bringen, die Herausgabe der Anmeldezahlen für die Celler Gesamtschule gegenüber der CZ zu verweigern. Eine rechtliche Basis gibt es dafür nicht. Der Landkreis Celle ist gegenüber der Presse auskunftspflichtig.  Die Argumente des Landkreises, der ansonsten eigentlich nicht dafür bekannt ist, Pressearbeit nach Gutsherrenart zu betreiben, wirken allerdings sehr vorgeschoben. Zum einen – und dazu bedarf es keines Mathematikers – braucht man wohl keine "statistische Auswertung" um zu ermitteln, wie viele Kinder bei 180 zur Verfügung stehenden Plätzen nicht aufgenommen werden konnten. Und es hat auch keine Auswirkungen auf die anderen weiterführenden Schulen, weil die jetzt herausgelosten 46 Schüler sich ohnehin woanders hätten anmelden müssen. Warum also dieser Eiertanz, der von der Landesschulbehörde, die die Zahlen letztlich zur Verfügung gestellt hat, aufgelöst wurde? Entscheidend für diese Verweigerungshaltung dürfte sein, dass Landrat Klaus Wiswe (CDU) keine Lust hat, ständig auf das für ihn leidige Thema einer Oberstufe für die IGS angesprochen zu werden. In seiner eigenen CDU gibt es dafür keine Mehrheit, Verhandlungen mit dem HBG für eine Kooperation sind gescheitert und ob nun doch eine gemeinsame Oberstufe mit dem Ernestinum zustande kommt, dürfte fraglich sein. Zweifellos keine günstige Ausgangslage. Dennoch, Wiswe hat nur eine Wahl: Er muss das Thema endlich vom Tisch bekommen.

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