Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt "Schwarz-Gelb sieht nur bei Peter Struck gut aus"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Schwarz-Gelb sieht nur bei Peter Struck gut aus"
14:19 13.06.2010
Anzeige
Celle Stadt

Auch wenn Müntefering in seiner knapp einstündigen Rede eindringlich vor einer möglichen schwarz-gelben Bundesregierung warnte: Auf harte Angriffe oder gar persönliche Beleidigungen des politische Gegners verzichtete er völlig. Allenfalls mangelnden Gestaltungswillen oder fehlende Durchsetzungskraft gegenüber Lobbyisten warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor. Etwas härter ging er mit der FDP ins Gericht, der er einen Kampf gegen die gesetzliche Krankenversicherung und das Streben nach einer Zwei-Klassen-Medizin vorwarf.

Breiten Raum in Münteferings Rede, die vor allem die SPD-Anhänger unter den 400 bis 500 Zuhörern mobilisieren sollte, nahm die Darstellung der eigenen politischen Ziele ein. Er stellte sich hinter den Deutschland-Plan des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, der in den nächsten zehn Jahren vier Millionen neue Arbeitsplätze schaffen will: durch den Bau umweltfreundlicher Autos, Förderung erneuerbarer Energien, Ausbau der Breitbandverkabelung und Unterstützung der medizinischen Forschung. Besonders wichtig für den SPD-Chef: mehr Geld für Bildung und „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“. „Wenn in den Kindertagesstätten genauso viel Männer wie Frauen beschäftigt wären, wären die Löhne dort höher“, rief Müntefering unter großem Applaus der Zuhörer.

Anzeige

Außerdem „müssen wir etwas tun gegen sittenwidrig niedrige und gegen sittenwidrig hohe Löhne“ meinte der SPD-Chef und erwähnte wie nebenbei, dass die Deutsche Bank je 200000 Euro an Union und FDP, aber „null Euro“ an die SPD gespendet habe. „Der Sozialstaat muss stabil bleiben“, forderte er und warf Union und Liberalen vor, sie wollten den Staat durch kräftige Steuersenkungen an die Grenze seiner Handlungsfähigkeit bringen. Doch „nur Reiche können sich einen armen Staat leisten“, meinte der SPD-Chef. Zum Schluss der Kundgebung rief er die Sozialdemokraten auf, sich durch negative Umfragewerte „nicht die Knie weich“ machen zu lassen.

Von Michael Regehly