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Celle Stadt So halten Fische den Teich im Stadtpark sauber
Celle Aus der Stadt Celle Stadt So halten Fische den Teich im Stadtpark sauber
18:02 02.04.2019
Von Dagny Siebke
Hobbyangler Benjamin Weissenberg ist auf die Idee gekommen, Goldorfen im Stadtpark als Teichputzer einzusetzen. Quelle: Dagny Siebke
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Celle

Normalerweise reinigen alle Kollegen des Grünbetriebs den Teich am Neuen Rathaus einmal im Jahr bei einem riesigen Arbeitseinsatz. "Die riesige Putzaktion ist sehr anstrengend und wir können in der Zeit nichts anderes machen", erzählt Benjamin Weissenberg.

Er arbeitet seit vier Jahren für die Stadt Celle. Der Hobbyangler ist auf die Idee gekommen, bestimmte Fischarten beim Putzen einzuspannen. Er erklärt: "Ziel ist, dass die Fische den Teich von selbst reinigen." Denn die Leibspeise der Goldorfen sind Algen. Die Fischart gilt als pflegeleicht und als Indikator für sauberes, klares Wasser.

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Graskarpfen kümmern sich um die Triebe der Seerosen

Zehn Graskarpfen drehen bereits ihre Runden im Teich und halten die frischen Triebe der Seerosen kurz. "Man muss langsam anfangen, damit die Fische nicht überhand nehmen", erzählt Benjamin Weissenberg. Da die Graskarpfen nur bei einer ganz bestimmten Temperatur laichen, erhalten sie nun von den Goldorfen Verstärkung.

Weissenberg hat die Fische vor vier Wochen bei den Aschauteichen bestellt und ergänzt: "Die Tiere sind schon zwei Jahre alt, damit sie nicht als Futter eines Hechts oder eines Kormorans enden." Aktuell sind die Goldorfen etwa 15 Zentimeter groß. Zehnjährige Orfen können rund 50 Zentimeter groß werden. Fünf ausgewachsene Exemplare schwimmen bereits im Teich. Diese stammen aus einer privaten Spende. "Der Teich ist für harte Winter auch tief genug", sagt der Experte. Eine Stelle ist sogar drei Meter tief.

Goldorfen als Hingucker im Rathausteich

Auch bei den Passanten rund um den Rathausteich kommen die Goldorfen gut an. "Die Fische sind ein richtiger Hingucker", sagen Detlef und Kriemhilde Sandmann aus Groß Hehlen. Sie gehen jeden Tag in die Kantine im Neuen Rathaus. "Wir als Rentner haben ja Zeit und machen gerne einen Verdauungsspaziergang. Fische gucken beruhigt." Die Senioren finden: "Der Stadtpark hat sich im Laufe der Jahre zu einem Schmuckstück entwickelt. Gerade wenn man überlegt, wie die Kaserne aussah, als die Briten noch hier waren."

Mit ein paar Brotkrümeln dürfen die Spaziergänger die Goldorfen auch füttern. Stadtmitarbeiter Weissenberg sagt: "Schlimm wird es allerdings, wenn die Leute das Brot tütenweise in den Teich hineinkippen. Zu viel Weißbrot macht das Wasser sauer und lockt Ratten an." Durch das Füttern der Fische gelangen Nährstoffe ins Wasser, die das Wachstum der Algen fördern. Und um diese soll sich die "schwimmende Putzkolonne" ja eigentlich kümmern.

Gunther Meinrenken 02.04.2019
Jürgen Poestges 02.04.2019
Michael Ende 02.04.2019
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