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Celle Stadt Sebastian Pufpaff unterhält Celler ausgezeichnet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sebastian Pufpaff unterhält Celler ausgezeichnet
18:57 28.01.2018
Von Jürgen Poestges
Autobahnen, Handtrockner und Service: Es gibt nichts, worüber Sebastian Pufpaff nicht reden kann. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Zwei Stunden lang unterhielt der „George Clooney des Kabarett“ seine Fans ausgezeichnet. Er versteht es wie kaum ein Zweiter, durch Geschichten, in deren Mittelpunkt meist er selbst steht, dem Publikum einen Spiegel vorzuhalten. Und immer wieder spontan auf Zurufe aus dem Publikum zu reagieren.

„Ich bin Deutscher, ich will mich aufregen“, erklärte er. Und erzählte von einem neuen Kopfhörer, der frisch bestellt und zugeschickt nicht funktionierte. Dann gibt es nur eins: die Service-Hotline. „Und wenn Sie jemanden richtig runter putzen wollen: Immer duzen und immer behandeln wie eine Frau“, erklärte Pufpaff. Das Problem dabei: Die erwartete Service-Wüste war gar keine. Ein freundlicher Mann erklärte, man werde sofort einen neuen Kopfhörer zusenden, eine Klasse besser als der bestellte, außerdem einen 20-Euro-Gutschein zum Musik-Downloaden. Und alles werde wahrscheinlich noch am gleichen Tag ankommen. „Da hab ich dann aufgelegt. Was bildet der sich denn ein?“

Und so streiften seine Geschichten über die Autobahnen (Reißverschlussverfahren bei Baustellen: "Da fahr ich immer bis zum Ende auf der Spur mit dem Hindernis und fahr dann einfach rüber."), der Entwicklung der Handtrocknung auf öffentlichen Toiletten vom Papierhandtuch bis zum Gerät, in das man die Hände hineinsteckt, über den Strudelwurm („Das dümmste Lebewesen der Welt“) bis hin zu verdorbener Leberwurst. Vor Zimmerbrunnen im Baumarkt bricht er in Tränen aus, weil ihm klar wird, dass das Wasser sich darin in einem Kreislauf befindet und nie das Meer sehen wird. „Die haben mich dann rausgeschmissen“, erklärte er lapidar, als er ein paar Tropfen zur Flucht verhalfen wollte.

Er sparte nicht mit Kritik an TV-Formaten wie „Adam sucht Eva“, dem „Dschungelcamp“ oder „Germany's Next Top Model“, die allesamt nur der Verblödung der Massen dienten. „Zu den Mädels, die da mitmachen, würde selbst der Strudelwurm sagen: Mensch, Mädchen, denk mal nach!“ Außerdem stellt er die vorherrschende Schulform mit Unterrichtszeiten ab 8 Uhr und bis in den Nachmittag hinein in Frage.

Über allem aber steht die Erkenntnis: „Wir haben im Schnitt eine Lebenszeit von 80 Jahren, Die Zeit sollten wir nutzen. Wir alle können etwas verändern. Warum nicht gleich, wenn wir hier rausgehen, einfach einen wildfremden Menschen einmal grüßen? Oder ihn fragen, ob man nicht etwas zusammen unternehmen soll? Klar läuft der dann weg. Aber dann müssen Sie halt schneller laufen und ihn schnappen. Liebe kann auch weh tun.“

Es gab viel Grund zum Lachen, aber der Abend bot auch viele Denkanstöße. Pufpaff bietet kein lupenreines politisches Kabarett. Er streift die aktuelle politische Lage immer mal wieder. Letztlich aber macht er deutlich, dass wir alle politische Menschen sind, die Einfluss nehmen können, wenn sie nur wollen. Und die Botschaft ist angekommen, das lässt zumindest der Applaus am Ende vermuten.

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