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Celle Stadt So regelt Celles Tafel den Ansturm: Los-System und kleine Gruppen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt So regelt Celles Tafel den Ansturm: Los-System und kleine Gruppen
17:52 09.03.2018
Von Michael Ende
Celle Stadt

Die Celler Tafel registriere, dass die Zahl der Flüchtlinge zugenommen habe, so Tafel-Vorsitzender Wolfgang Schwenk: „Es hat auch eine Verdrängung unserer Rentner und Alleinerziehungen stattgefunden – allerdings in erträglicher Form, da wir rechtzeitig gegengesteuert haben, um Situationen wie in Essen zu vermeiden.“ Um bei einer Schlangen-Bildung durch die Wartenden Konflikte, Gedrängel und Geschubse zu vermeiden, habe die Tafel in der Zentrale an der Celler Uferstraße einen besonderen Briefkasten installiert, in den die Bedürftigen nur ihre Berechtigungskarte einwerfen müssen. „Dieser Briefkasten wird vor der Ausgabe von Lebensmitteln geleert, danach werden alle nach dem Zufallsprinzip zu Fünfergruppen aufgerufen und bekommen dann an einem langen Tresen in Ruhe ihre vorsortierte Ware. Dies läuft alles ohne Konflikte und deren Begleiterscheinungen ab“, so Schwenk.

Da die Celler Tafel Woche für Woche rund 3500 Menschen mit Lebensmitteln unterstützt, wäre der Andrang allein an der Uferstraße nicht zu bewältigen, sagt der Vorsitzende. „Wir haben daher rechtzeitig vor vielen Jahren schon zwölf Außenstellen eingerichtet, fünf davon in den Celler Stadtteilen und sieben im Landkreis. In Kürze kommen noch zwei in der Stadt dazu. Damit erreichen wir eine Entzerrung und eine zu große Ansammlung bei uns und damit lange Wartezeiten.“

Der Grundsatz jeder Tafel in Deutschland sei in erster Linie, zu verhindern, dass wertvolle Lebensmittel entsorgt oder vernichtet würden, betont Schwenk: „Es gibt seriöse Untersuchungen, dass 30 Prozent aller in Deutschland produzierten Lebensmittel nicht beim Verbraucher ankommen.“ Die Celler Tafel mit ihren 45 ehrenamtlichen Mitarbeitern und die rund 150 ehrenamtlichen Helfer in den Außenstellen seien nur eine „Brücke“ zwischen Überfluss auf der einen Seite und Bedürftigkeit auf der anderen Seite: „Wir leisten keine Armutsbekämpfung, weil das die Aufgabe der Politik in Deutschland ist, sondern helfen nur Bedürftigen, dass sie ihren Alltag meistern können.“ In diesem Sinne gebe es bei der Tafel auch keine Begriffe wie „Missbrauch“: „Alle, die zu uns kommen, bekommen von uns die dringend benötigte Unterstützung.“

Schwenk: „Ein Vorwurf von Rassismus oder Ähnliches wäre absurd, da es für uns nur Menschen gibt, die unsere Hilfe benötigen.“ Politische Kritik an den Tafeln gibt Schenk an die Politik zurück: „Ursache für die Ausbreitung der mittlerweile 937 Tafeln in Deutschland ist die Politik, die zugelassen und dafür gesorgt hat, dass die Alters- und Sozialrenten abgesenkt wurden, es keine Mindestlöhne gibt, die alleinerziehende Mütter alleine lässt und die durch die Auslösung einer Flüchtlingskrise die Situation der Tafeln extrem verschlechtert hat, ohne dass ein Einwanderungsgesetz auf den Weg gebracht wurde.“

Die Celler Tafel könnte nur versuchen, gegenzusteuern, so Schwenk: „Wir tun alles, um weiterhin in der Lage zu sein, zumindest in unserem Bereich die 3500 Menschen zu unterstützen – obwohl es insgesamt über 15.000 Menschen in unserem Einzugsgebiet gibt, die Transferleistungen bekommen, weil es für ein menschenwürdiges Leben nicht reicht.“

Erinnern Sie sich an die Blühflächen entlang des Wilhelm-Heinichen-Rings in Klein Hehlen, die im vergangenen Jahr so ausdauernd und intensiv blühten, dass manche Autofahrer angesichts der bunten Pracht Mühe hatten, sich auf den Verkehr zu konzentrieren? Diese bunten Wiesen, die nicht nur hübsch aussahen, sondern auch ein Refugium für Insekten waren, fungierten als Testlauf – als Prototyp. "Wir werten die Ergebnisse von Pflanz-Versuchen auf Blühstreifen etwa am Wilhelm-Heinichen-Ring aus", sagt Jens Hanssen, im Rathaus Fachbereichsleiter des städtischen Grünbetriebs. Sein Plan: In diesem Jahr soll es noch sehr viel mehr dieser Blumenwiesen in der Stadt geben.

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