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Celle Stadt „So schön, so lieblich und so voller Wärme“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „So schön, so lieblich und so voller Wärme“
15:14 12.10.2018
Der Wiener Klarinettist Simon Reitmaier bei seinem Konzert in der Marien-Kirche Wathlingen. Quelle: Daniel Kunert
Celle

Zum ersten Konzert hatte die Matthäus-Kirchengemeinde in Vorwerk eingeladen. Simon Reitmaier führte, nach einer Begrüßung durch Pastorin Antje Seelemeyer, selbst durch das moderat-moderne Programm, erläuterte die einzelnen Werke und machte so auch für die Ohren der Zuhörer manch fremde Klänge durchhörbar, erkennbar und angenehm. Die knapp 30 Besucher hörten sowohl klagende als auch meditativ wirkende oder jubilierende Töne. Besonders die Werke von Ernst-Ludwig Leitner (einst extra für Simon Reitmaier komponiert) und Werner Pirchner beeindruckten mit ihrer Klangschönheit. Für seine Darbietungen wurde Reitmaier mit großem Applaus bedacht.

Am vergangenen Wochenende gab Reitmaier im Notenkeller in Celle einen Meisterkurs. Drei Teilnehmerinnen wurden zwei Tage lang in Atemführung, Haltung, Interpretation und vielen weiteren Akzenten des Klarinettenspiels geschult. In fröhlicher Atmosphäre wurden bei allen Teilnehmerinnen große Fortschritte erzielt, die am Samstagabend schon teilweise in einem Gesprächskonzert vorgestellt wurden. Auch hier führte Reitmaier charmant und informativ durch den Abend, motivierte seine Kurs-Teilnehmerinnen zu Höchstleistungen und erläuterte den Konzert-Besuchern die Funktionsweise der Klarinette, ihre Geschichte und Herkunft. Auch manche kleine Anekdote gehörte dazu und machte das Gesprächskonzert zum vergnüglichen Ereignis.

Am Sonntag, nach Abschluss des Meisterkurses, war Simon Reitmaier dann in der Marien- Kirche Wathlingen zu Gast. Die letzte Station seiner Reise im Celler Land wurde zu einem ganz besonderen Highlight. Die knapp 30 Besucher, die sich in der Weite der Kirche etwas verloren, wurden mit einem Klang überrascht, den sie nicht erwartet hatten. Mit Werken von Bach, Demnitz, Gambaro, Osborne, Debussy und anderen Komponisten spannte Reitmaier einen Spannungsbogen, der die Zuhörer in den Bann zog. In der stimmungsvoll sehr dezent beleuchteten Kirche ließ er die Klarinette in solch klanglicher Vielfalt erklingen, wie man es wohl in Wathlingen nie zuvor hörte. Und als der letzte Ton ganz leise und sanft verklang, wagte man erst gar nicht zu applaudieren. Erst einmal ausatmen, dem Klang nachfühlen, und dann waren die Zuhörer des Lobes voll und applaudierten herzlich. Eine Besucherin drückte es passend aus: „So schön, so lieblich und so voller Wärme habe ich noch nie eine Klarinette gehört.“ Für September 2019 ist erneut ein Meisterkurs geplant, Konzerte und das Arbeiten mit Schülern aus Bläserklassen sollen die nächste Reise in die Lüneburger Heide dann ausfüllen.

Von Daniel Kunert

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