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Celle Stadt So viel Andrang wie noch nie
Celle Aus der Stadt Celle Stadt So viel Andrang wie noch nie
20:43 02.09.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Der Tag der offenen Tür im Institut für Bienenkunde blickt mittlerweile auf eine 34-jährige Geschichte zurück. Während man anfangs eher an die Imker gedacht hatte, ist es mittlerweile eine Veranstaltung für Jedermann. "Etwa zwei Drittel der Besucher sind bieneninteressierte Laien", sagt Institutsleiter Werner von der Ohe, der in jedem Jahr mehr als 2500 Besucher am ersten Sonntag im September zum Tag der offenen Tür begrüßt.

So gut besucht wie in diesem Jahr war es bisher allerdings noch nie. "Als wir um halb elf geöffnet haben, war bereits eine lange Schlange vor unserer Tür", so von der Ohe. Über 4000 Gäste sind zum Teil aus ganz Deutschland nach Celle angereist. Bei einem Rundgang durch den Garten, das Labor und die Werkstätten erfahren die Besucher nicht nur mehr über die Aufgaben des Celler Institutes, sondern auch Näheres über die ökologische und ökonomische Bedeutung der Bienenhaltung.

Auffällig ist, dass sich viele Familien unter den Besuchern befinden. Sie schlendern über die etwa dreieinhalb Hektar große Anlage, lassen sich von Imkern erklären, wie man Honig gewinnt oder erhaschen staunend einen Blick in das Innere eines Bienenstockes. Überall sind kleine Schilder wie "Hornissennest im Apfelbaum Voraus" angebracht, die dazu ermutigen, mit offenem Blick durch den Garten zu gehen. "Viele Kinder, die hier sind, wollen im nächsten Jahr wiederkommen. In einigen Familien ist es mittlerweile Tradition, am ersten September-Wochenende zu uns ins Bieneninstitut zu kommen", sagt von der Ohe stolz.

So ist es auch beim Ehepaar Wolfgang und Christa Decker. Nachdem bereits die älteren Enkelkinder aus dem Bieneninstitut selbstgedrehte Kerzen und Honig mit nach Hause brachten, waren gestern die vierjährigen Zwillinge an der Reihe. "Dass der Honig, den wir essen, nicht einfach nur aus dem Kaufhaus kommt, kann man schon mit vier Jahren lernen", so der Hannoveraner Wolfgang Decker. Das tolle Wetter war für die Deckers ein Grund mehr, nach Celle zu kommen.

Auch der frische Honig sowie bienenfreundliche Pflanzen kommen bei den Besuchern gut an. Melanie von Orlow und Annette Mangold haben sich mit einigen Blumen eingedeckt. "Gerade vor dem Hintergrund der Klimaveränderung ist es wichtig, auch mal nach rechts und links zu gucken. Wir brauchen Pflanzen, die das heimische Sortiment ergänzen", so von Orlow. Die Berlinerinnen sind im Imkerverein Reinickendorf-Mitte tätig und waren schon öfters im Bieneninstitut. "Nirgendwo sonst kann man für diesen Preis Bienenköniginnen kaufen", schwärmt Mangold. Eigentlich hatten die beiden Frauen auch einen der angebotenen Vorträge anhören wollen, wegen des großen Andrangs allerdings dann wieder von ihrem Vorhaben Abstand genommen. "Dafür nutzen wir jetzt das Gelände. Das ist ja auch traumhaft", so Mangold.