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Celle Stadt 350 Celler protestieren gegen Angriff auf Syrien
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 350 Celler protestieren gegen Angriff auf Syrien
21:00 10.10.2019
Von Svenja Gajek
Die Protestierenden forderten unter anderem den Stopp von Rüstungsexporten aus Deutschland in die Türkei. Damit richteten sie sich auch gegen Rheinmetall in Unterlüß. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Celle. Rojzerin Duran ist wütend. Die junge Frau ist zusammen mit rund 350 Mitstreitern am Donnerstag von der Stechbahn aus durch die Celler Innenstadt gezogen, um gegen den Angriff von türkischen Truppen auf Nord- und Ostsyrien zu demonstrieren. Veranstalter war die neu gegründete Kampagne "Riseup4Rojava Celle". Die Protestierenden verlangten eine sofortige Beendigung des Krieges. Eine Stunde lang machten die Teilnehmer die Celler auf die dramatische Situation in Syrien aufmerksam und forderten sie zur Solidarität auf. Der friedliche Protest endete am Neumarkt.

"Viele von uns sind empört über diesen Krieg"

Duran bezeichnete die Angriffe als Völkermord. "Schluss mit dem Massaker in Kudistan", rief sie in die Menge. "Vier Millionen Menschen drohen Tod und Vertreibung. Eine humanitäre Katastrophe steht bevor." Verschiedene Forderungen wie "Deutsche Panzer raus aus Rojava" hallten in unterschiedlichen Sprachen durch die Stadt. "Viele von uns sind einfach nur empört über diesen Krieg", sagte Ronî Yalti. "Die Kurden haben gegen den Islamischen Staat gekämpft und nun müssen sie so großes Leid erdulden."

"Auch Waffen aus dem Landkreis Celle werden zum Töten benutzt"

Lukas Barlian war ebenso aufgebracht wie seine Mitstreiter: "So geht das einfach nicht weiter", meinte der 30-Jährige. "Deutschland muss die Beziehungen zur Türkei abbrechen. Alle Gelder, die an die Türkei fließen, dienen der Finanzierung des Krieges." Die Teilnehmer verlangten zudem die Einstellung von Rüstungsexporten an die Türkei. Matthias Gerhard, der die Demo angemeldet hatte, stellte die rhetorische Frage: "Was haben die Ereignisse in Syrien mit Celle zu tun?" Dann verwies er auf Rheinmetall in Unterlüß. "Auch Waffen und Munition aus dem Landkreis Celle werden in Syrien zum Töten benutzt". Duran forderte alle Menschen auf, "als demokratische und freiheitsliebende Gesellschaft ein klares Zeichen gegen den Krieg zu setzen".

Vor dem Celler Schloss flogen die Fäuste. Auch eine Kette wurde als Waffe verwendet; ein junger Mann wurde verletzt.

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