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Celle Stadt Ladenbesitzer am Nordwall reagieren auf Abriss
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ladenbesitzer am Nordwall reagieren auf Abriss
22:00 15.04.2019
Von Svenja Gajek
Am Nordwall verfallen die leerstehenden Häuser. Geht es jetzt mit dem Abriss weiter? Quelle: Nathalie Hannack
Celle

Trostlos wirken die Gebäude auf der zur Aller gewandten Seite des Nordwalls. Vor den Häusern stehen mittlerweile Bauzäune, einige Wände sind bereits mit Graffiti beschmiert. Eines ist klar: Hier ist nicht die ideale Umgebung, um ein Geschäft zu unterhalten.

Bereits Mitte März wurde das erste Haus mit der Nummer 18 abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein Materiallager für weitere Bauarbeiten. In den kommenden Wochen sollen die nächsten Gebäude Richtung Neumarkt beseitigt werden. Die alte Turnhalle des MTV Eintracht Celle kommt voraussichtlich erst 2020 dran.

Stammkunden des Tätowierers lassen sich nicht abschrecken

Doch wie geht es den wenigen Geschäften auf der Südseite des Nordwalls? Nigel Bassett ist seit 40 Jahren Tätowierer. Der gebürtige Waliser hat seit 2002 seinen Laden „2CoolTat2“ in Nummer 46. „Bisher haben wir keine großen Einschränkungen erlebt“, bemerkt Bassett mit typisch britischer Gelassenheit. „Es ist nur schade, dass ich nicht mehr auf dem Parkplatz direkt gegenüber parken darf. Aber da muss ich morgens eben einfach etwas mehr Gas geben“, fügt er lächelnd hinzu. „Problematisch könnte es für uns werden, wenn die Straße irgendwann ganz gesperrt wird. Die Menschen mögen keine weiten Laufwege.“ Von den bisherigen Abrissarbeiten habe er kaum etwas mitbekommen. Auch seine Klientel scheinen die Zustände vor der Ladentür nicht abzuschrecken. „Wir haben viele Stammkunden, die sich an solchen Sachen nicht stören“, so Bassett. Im Gegenteil, der 58-Jährige hofft auf einen erhöhten Zulauf, sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Hotelierin sorgt sich um ihre Gäste

Das Hotel am Hehlentor befindet sich ganz am Ende des Nordwalls in einem typischen Fachwerkhaus aus dem Jahr 1712. „Wir waren vor einer Woche bei der Stadt und haben zum Ablauf der Arbeiten genauere Informationen bekommen“, erzählt Geschäftsführerin Anja Karsten. „Im Moment sieht alles noch gut aus. Schön finde ich, dass uns ein Ersatzparkplatz neben der Turnhalle für unsere Gäste zur Verfügung gestellt wurde.“ Bisher habe sich noch keiner über den etwas weiteren Weg zu Fuß beschwert. Die 50-Jährige bemüht sich, alle Gäste bei ihrer Buchung über mögliche Unannehmlichkeiten während ihres Aufenthaltes zu informieren. „Der Baulärm im Sommer macht uns tatsächlich die größte Sorge. Aber wir hoffen, dass wenigstens in den Abendstunden unsere Gäste zur Ruhe kommen können.“ Zur Not habe man vor, sich teilweise auf eine andere Kundschaft einzurichten und zum Beispiel Zimmer an Handwerker zu vermieten.

Stoffladen ist umgezogen

Am Nordwall 54 befand sich noch bis letzten Dezember die Stoff- und Spielzeugboutique „Ach wie fein“. Der Laden ist mittlerweile an die Schuhstraße umgezogen. „Wir sind leider von der Stadt nicht vorab informiert worden, sondern haben von den geplanten Abrissarbeiten erst aus der Zeitung erfahren“, sagt Jennifer Markwort, die zusammen mit ihrer Freundin Jasmin Nemitz das Geschäft leitet. Es hätte wahrscheinlich über die nächsten Jahre unter den Baubedingungen nicht überlebt. „Unsere empfindlichen Stoffe würden durch den Dreck sehr leiden, selbst wenn die Arbeiter versuchen, die Staubentwicklung mit Wasser in den Griff zu kriegen.“ Die beiden Frauen bereuen den Zwangsumzug jedoch nicht. „Die Miete ist hier zwar teurer, aber wir haben die Chance genutzt, unser Sortiment zu erweitern“, so Markwort.

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