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Celle Stadt Spannung und orientalischer Zauber
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Spannung und orientalischer Zauber
15:15 13.06.2010
Farès-Brahim Bouattoura, Sibille Helfenberger, Marcel Schaelchli - vorne Kathrin Brunner, Thomas Henniger von Wallersbrunn, Gabriela Lindlova, Tobias Sorge Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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Ein rasantes Abenteuer erwartet Schlosstheatergänger ab fünf Jahren in diesem Jahr zur Weihnachtszeit. Nach den zauberhaften Geschichten der vergangenen Jahre („Alice im Wunderland“ und „Peter Pan“) steht „Sindbad, der kleine Seefahrer“ auf dem Spielplan. Dienstag hebt sich der Vorhang der Hauptbühne für die bereits ausgebuchte Premierenvorstellung.

Die Inszenierung stammt, wie sollte es anders sein, von Jan Bodinus – sein mittlerweile neuntes Kinderstück in Celle. Auch Komponist Ulrich Jokiel ist wieder mit von der Partie. Er sorgt für die musikalischen Übergänge und hat einen Sindbad-Ohrwurm in petto.

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Um das Märchen aus 1001 Nacht in einer guten Stunde Spielzeit auf die Bühne zu bringen, schrieb Bodinus seine eigene Version und startete den Versuch, die Geschichte in der Manier der bekannten Zeichentrick-Serie zu erzählen: mit Spannung, Tempo und orientalischem Zauber.

Sindbad begibt sich zusammen mit seinem Freund Hassan und der Prinzessin Scheherazade auf die Suche nach den verlorenen sieben Edelsteinen der Wunderlampe. Und noch ein Problem steht im Raum: Bagdad verdurstet. Seit Monaten hat es nicht geregnet.

Bodinus, selbst Vater von zwei Kindern, hat für die Abenteuer des Trios ein Ideenfeuerwerk gezündet. Da schwappt ein Walfisch auf die Bühne, da spukt der Bruder des Flaschengeistes umher und Riesenvogel Rach samt Baby treten auf den Plan.

Für Langeweile wird kaum Zeit sein. „Das wird ein Road-Movie für Kinder“, kündigt Bodinus an. Auch hinter der Bühne müssen die Schauspieler zu Höchstform auflaufen. Nur acht Akteure teilen sich 27 Rollen. „Da fliegen die Bärte und Turbane“, so der Regisseur.

Bodinus setzt aber nicht nur auf Geschwindigkeit. Aus traumhaften Kostümen und prunkvollem Bühnenzauber in leuchtenden Farben schnürt er ein großes orientalisches Paket. Ihm war wichtig, „den Kindern die wunderschöne arabische Welt nahezubringen – ohne religiöse oder politische Kritik.“ Und auch die Erwachsenen werden mit kleinen Anspielungen auf ihre Kosten kommen, verspricht der Regisseur.

Für die Effekte tief in die Trickkiste gegriffen. Wenn es denn zum Beispiel am Ende endlich regnet, donnert und blitzt es, die Schauspieler sausen kurz von der Bühne und kommen mit nassen Haaren wieder. Den Rest erledigt die Fantasie der Kinder, weiß Bodinus aus Erfahrung. „Bei Kindern gibt es so etwas wie eine geheime Verabredung: Das, was auf einer Bühne passiert, wird geglaubt.“

●Sindbad, der Seefahrer: Das Stück läuft bis zum 20. Dezember. Karten gibt es unter s (05141) 9050875 und 9050876.

Von Silja Weißer