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Celle Stadt „Spiele für viele“ haben langfristig mäßigen Erfolg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Spiele für viele“ haben langfristig mäßigen Erfolg
14:43 13.06.2010
Spielplatzprojekt Annadeutschmann und Christina Steiner mit der zweijährigen Damla Quelle: Isabel Christian
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Celle Stadt

Ein normaler Freitagnachmittag auf dem Spielplatz Vorwerker Platz: Die Nachmittagssonne scheint auf die verwaisten Spielgeräte. Leicht schwingen die Schaukeln im Wind hin und her. Auf dem Hügel neben einem Wohnhaus spielen ein paar Kinder. Für die blau und gelb gestrichene Wippe oder das gleichfarbige Klettergerüst interessieren sie sich jedoch nicht.

Freitagnachmittag, eine Woche später: Heute findet das Abschlussfest des Spielplatzprojektes statt. Eine Woche lang haben Unterstufenschüler der BBS III jeden Nachmittag ein buntes Programm für alle Kinder veranstaltet. „Dabei sind die Schüler völlig frei in der Gestaltung, es muss nur möglichst viele Kinder einbeziehen“, erklärt Siegrid Dübgen, Fachlehrerin der Unterstufe.

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In diesem Jahr haben die Schüler die vier Elemente als Thema gewählt. „Die Tage, an denen wir Spiele rund um die Themen Feuer und Wasser angeboten haben, kamen bei den Kindern am besten an“, sagt Schülerin Meta Hoffmann. Die Achtzehnjährige hatte mit ihrer Mitschülerin Annalena Grüne die Aufgabe, das Treiben auf dem Spielplatz zu beobachten und die Reaktionen der Kinder festzuhalten.

„Die Schüler sollten vorwiegend Spiele anbieten, die die Kinder auch selbst nachmachen können. Möglichst, ohne dabei viele Materialien zu verwenden“, berichtet Dübken weiter. So durften sich die Kinder bei Spielen wie „Bäumchen wechsel dich“, „Zeitungslauf“ oder „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser“ austoben. Die Höhepunkte gab es dann zum Ende. Dabei konnten die Kinder sich schminken lassen oder ihr Geschick beim Brezelnbeißen, ohne die Hände zu benutzen, unter Beweis stellen. „Es war eine tolle Erfahrung, dass wir uns im Rahmen des Projekts auch um ältere Kinder zwischen zwei und elf Jahren kümmern konnten“, sagen die beiden angehenden Erzieherinnen Kristina Steiner und Anna Deutschmann. „Es hätten allerdings ruhig noch ein paar mehr Kinder kommen können.“

Liane Niciejewski hat ihre Tochter jeden Tag zum Spielplatz begleitet. Sie findet, dass in Vorwerk zu wenig für Kinder getan wird. „Das Projekt kommt gerade richtig. So etwas sollte viel öfter veranstaltet werden.“

Die Kinder fanden sichtlich Spaß an den Spielen, welche die Großen ihnen anboten. Von Bewegungsspielen bis zu Malaktionen war für jeden etwas dabei.

In der Woche nach dem Projekt liegt der Spielplatz jedoch erneut verlassen in der Nachmittagssonne. Das Projekt hat Potenzial, die Kinder wieder auf den Spielplatz zu locken, das hat die Spielwoche bewiesen. Aber leider scheint die Nachwirkung nicht sonderlich kräftig zu sein. Ein Spielenachmittag dagegen, welcher einmal in der Woche stattfindet, könnte wieder mehr Kinder auf den Vorwerker Platz locken. Die dann vielleicht öfter die blau-gelben Spielgeräte nutzen würden.

Von Isabel Christian