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Celle Stadt Spielhallen-Räuber: Staatsanwalt fordert mehrjährige Strafen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Spielhallen-Räuber: Staatsanwalt fordert mehrjährige Strafen
12:01 13.07.2011
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Celle Stadt

CELLE. Nachdem zwei der Angeklagten zunächst erfolglos versucht hatten, die Spielgräte zu manipulieren, entschlossen sie, die zwei Spielhallen auszurauben. Sie beschafften sich Elektroschocker und Pistole und drangen maskiert in die Spielhallen ein. In Pattensen musste die Spielhallen-Mitarbeiterin gefesselt und mit verbundenen Augen eine dreiviertel Stunde auf dem Boden liegend „in Todesangst“ bis zum Ende des Überfalls ausharren, während ein Spielhallengast "hart" gefesselt, mit Beschimpfungen in Angst und Schrecken versetzt worden war. „Das brutale Vorgehen, hohe kriminelle Energie bei der Planung und die arbeitsteilige Ausführung ließen keinen Raum für eine mildernde Strafrahmenverschiebung“, begründete Staatsanwalt Jochen Kaup die hohen Strafen für den zweimaligen gemeinschaftlichen Raub.

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Die Tatbeiträge der einzelnen Beteiligten würden aufgrund des gemeinsamen Tatplanes allen Angeklagten zugerechnet. Unterschiede bei der Strafzumessung gab nach der Betrachtung der Geständnisse und dem Verhalten nach der Tat. So hatte einer der Angeklagten seinen Teil der Beute an die Spielhallenbetreiberin zurück gezahlt. Ein anderer hatte sich nur bei einem Überfall beteiligt, weil er wegen einer früheren Verurteilung „unter Bewährung stand“.

Sein Geständnis und das der beteiligten Frau aus Celle, die als Mitarbeiterin der Celler Spielhalle nicht nur den Türöffner weitergab, sondern auch die Information, wann abgerechnet wird, hätten bedeutend zur Aufklärung beider Taten beigetragen, bestätigten Celler Polizisten. Die Tatsache, dass einer der Täter vor dem Überfall Kokain konsumiert hatte, ließ die Strafforderung nicht milder ausfallen. „Oder wollen Sie bei einem Überfall auf einen von Kokain enthemmten Täter treffen?“, fragte Kaup in die Runde der Verteidiger. Das Urteil der 4. Strafkammer wird, laut Franz Komisch, Vorsitzender Richter am Landgericht, noch in dieser Woche erwartet.

Von Angelika Jansen