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Celle Stadt Sprache mit Leichtigkeit und Biss auf die Schippe nehmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sprache mit Leichtigkeit und Biss auf die Schippe nehmen
14:14 13.06.2010
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Celle Stadt

Sie nehmen die Sprache mit so viel Leichtigkeit und Biss auf die Schippe. Da traut man sich gar nicht, Sie zu interviewen.

Doch. Das dürfen Sie. Angst soll schließlich keiner vor mir haben.

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Ist in Ihrem Programm „Wenn Worte reden könnten“ bei aller Komik auch Ernst im Spiel?

In erster Linie will ich unterhalten und deutlich machen, wie wichtig mir Sprache und Literatur sind. Ich finde es schön und notwendig, sich mit Sprache auseinanderzusetzen. Man hört sich selbst und anderen viel zu wenig zu.

Als was sehen Sie sich: als Poet, als Schauspieler, als Komiker?

Ausschließlich als Komiker. Ich nehme mir auf der Bühne Dinge heraus, die ich mir im wahren Leben nicht trauen würde und hoffe damit, die Leute zu amüsieren.

Wann haben Sie Ihre Liebe zur Sprache entdeckt? Bereits als Kind?

Ich war genauso doof wie andere Kinder auch. Meine Eltern haben mich stets angehalten, viel zu lesen. Vielleicht liegt es daran. Außerdem bin ich in einer Zeit aufgewachsen, in der noch nicht so viel elektronische Hampelei existierte.

Wie kommt man auf Sprach-Überraschungen wie „Molm bekohls“ oder „Generalgaudium“?

Wenn man sich mit einer Materie beschäftigt, stellt man fest, dass es Bezeichnungen gibt, die einfach nicht ausreichen. Dann spiele ich. Im Grunde bin ich mental nicht weiter als ein Vierjähriger. Vielleicht mit dem Unterschied, dass mit Sprache spielen nicht laut ist und keinen Dreck macht.

Befolgen Sie Spielregeln?

Nein. Da ist alles erlaubt. Das heißt: Mich stört es schon, wenn jemand bei einem Vergleich wie statt als gebraucht.

Gibt es einen TÜV für ihr Showprogramm, jemand der Sie auf Verständlichkeit und Witz prüft?

Um Gottes Willen. Meine Familie und Freunde will ich mit meinen Albereien nicht behelligen. Aber natürlich teste ich so manche verdrehte Floskel und Ironie im Alltag. Zum Beispiel wenn mir jemand Guten Tag sagt und ich fauche zurück: Was soll das?

Und so etwas wird dann immer verstanden?

(Malmsheimer lacht) Natürlich nicht. Aber ich finde man sollte mit einem gesunden Maß an Unverständnis leben.

Was verbindet Sie mit Celle?

(Malmsheimer kriegt sich vor Lachen nicht mehr ein) Beruflich bin ich in vielen Gemeinden aufzufinden.

Und bitte die Antwort auf die Frage.

Also ich war schon mal in Celle. Das war schön. Ich habe keine Blessuren an Körper und Geist davongetragen – und hoffe das bleibt so.

Von Silja Weißer