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Celle Stadt Sprachtalent gibt lernschwachen Kindern Nachhilfeunterricht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sprachtalent gibt lernschwachen Kindern Nachhilfeunterricht
14:11 13.06.2010
Axel Peratoner im Unterricht: Bei ihm lernen die Kinder unter - anderem die deutsche Grammatik. Quelle: Gert Neumann
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Nach einem kurzen Kennenlernen vor den Weihnachtsferien hat Axel Peratoner am Montag zum ersten Mal fünf lernschwache Kinder der Realschule „Auf der Heese“ unterrichtet. „Der Kontakt zwischen Schule und Peratoner kam durch die Freiwilligenagentur Kellu zustande“, so Direktor Manfred Busch. Die Schule selber habe wenig Möglichkeiten, lernschwache Kinder nachmittags zu fördern. „Der Etat ist zu gering – wir haben daher nicht die Möglichkeit, eine Hausaufgabenhilfe zu bezahlen“, erläutert Busch. Als Kellu Hilfe anbot, nahm der Schulleiter das Angebot schnell an.

Auf dem Stundenplan stehen heute neben Deutsch auch Hausaufgabenhilfe in Englisch und Mathe. Die erste Aufgabe für die zehn- und elfjährigen Schüler: Satzteile bestimmen. Obwohl Direktor Busch mit im Raum sitzt, geben André und Niklas in der ersten Reihe kaum Ruhe. Peratoner versucht, die beiden Störenfriede zu ignorieren. Mit seinem Stil sei er bislang immer gut angekommen. „Was ist ein Dativ-Objekt?“, will er von den Kindern wissen. „Das hatten wir doch schon mal“, ruft Niklas. Die Frage kann er aber trotzdem nicht beantworten. Auch André schüttelt den Kopf: „Ich kapiere das einfach nicht.“ So werfen die Kinder in den nächsten Minuten munter Genitiv, Dativ und Akkusativ durcheinander. „Wir sind aber auch erst im Anlauf-stadium“, erklärt Peratoner.

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Der 62-Jährige Rentner ist ein Sprachtalent, spricht neben Deutsch sechs weitere Sprachen und war unter anderem bereits als Dozent und Lehrer an mehreren Haupt- und Gesamtschulen tätig. Neben seinem beeindruckenden Lebenslauf zeichnet großes ehrenamtliches Engagement den 62-Jährigen aus. Daher ist er auch für die Freiwilligenagentur Kellu tätig.

Direktor Busch ist Peratoner dankbar, dass er seine Freizeit für die Kinder opfert. Der 62-Jährige tut es aus Überzeugung – und freut sich jetzt schon auf die nächste Stunde.

Von Christian Uthoff