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Celle Stadt Stadt verbietet auch Kinderflohmärkte
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt verbietet auch Kinderflohmärkte
14:58 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Georgette Bärsch versteht die Welt nicht mehr. Genauer gesagt, die Regelungen des Sonn- und Feiertagsgesetzes und die rigide Befolgung durch die Stadt Celle. Bärsch gehört zu den Eltern des Waldorfkindergartens, die für den 25. April einen Kinderflohmarkt organisiert haben. Doch der wird nun ausfallen. Denn die Stadt hat der Veranstaltung die Genehmigung versagt. Der Grund ist der gleiche, der auch schon der Veranstalterin des ersten Celler Pferdemarktes am 1. Mai einen Strich durch die Rechnung machte: Am Sonntag dürfen solche Veranstaltungen nicht stattfinden.

„Ich bin sehr traurig, dass für die Eltern eine so günstige Einkaufsmöglichkeit für Kinderkleidung ausfallen muss“, meinte Bärsch, die „befremdet“ ist: „Hier geht es doch nicht darum, Geld zu verdienen. Zudem haben viele Eltern am Sonntag einfach mehr Zeit, nicht nur um solche Veranstaltungen zu besuchen, sondern auch um sie zu organisieren“, so Bärsch. Deswegen sei es jetzt so kurzfristig auch nicht möglich, auf den Sonnabend auszuweichen. „Jetzt müssen wir den Kinderflohmarkt auf den Herbst verschieben“, so Bärsch. Dies sei doppelt bitter, weil mit dem Erlös eigentlich ein Waldorfkindergarten in Brasilien unterstützt werden sollte.

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Auch dem Förderverein des Freibads Westercelle untersagte die Stadt einen für morgen geplanten Kinderflohmarkt im Rahmen des Angrillens. Letzteres findet trotzdem von 11 bis 13 Uhr statt, nur leider nun ohne gleichzeitig in alten Spielsachen und Kleidung stöbern zu können.

Eine große Überraschung wird die kurzfristige Absage durch die Stadt Celle zumindest für Vorstandsmitglied Frank-Rüdiger Pawils nicht gewesen sein. Er organisiert seit vielen Jahren professionell Flohmärkte. Pawils weiß daher auch: „Die Stadt Celle hat sich schon immer an das Gesetz gehalten, in anderen Regionen geht man damit allerdings etwas großzügiger um.“

Das ist auch Edgar Frick, Leiter des Celler Ordnungsamtes, bewusst. „Im Neuen Rathaus weiß man, dass andere Städte freizügiger sind. Aber was sollen wir machen, Gesetz ist Gesetz“, meinte Frick. Als Verwaltung sei man an diese Regelungen, die für ganz Niedersachsen gelten, gebunden, müsse die Vorschriften beachten, wenn man sich nicht von Gerichten „zurückpfeifen“ lassen wolle, so der Leiter des Ordnungsamtes, das nun auch nicht anfangen wolle, Kontrollen loszuschicken. „Im Normalfall beraten wir die Veranstalter auch schon im Vorfeld und weisen sie auf die Bestimmungen über die Sonn- und Feiertage hin“, erklärte Frick.