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Celle Stadt Stadt wird Ausstellung überarbeiten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt wird Ausstellung überarbeiten
14:39 15.06.2010
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Uniformen, Orden, Reservistenkrüge, Fahnen, alte Fotografien und eine Sammlung von Fernmeldegeräten – das Celler Garnison-Museum ist im wahrsten Sinne des Wortes bis unters Dach voll gestopft mit Ausstellungsgegenständen. Fast zu jedem Exponat kann Karl Geiger, 2. Vorsitzender des Vereins Celler Garnison-Museum, eine persönliche Geschichte erzählen – die Ausführungen über den historischen Kontext fallen eher dürftig aus. Das soll sich in Zukunft ändern. In Zusammenarbeit mit dem Bomann-Museum wird die Ausstellung überarbeitet.

Auslöser für die geplante Neukonzeptionierung war der Umstand, dass im Garnison-Museum bis Dezember vergangenen Jahres der Kriegsverdienstorden hing, den die Nazis 1944 an Dr. Helene Darges-Sonnemann verliehen hatten. Die Kinderärztin und spätere Chefärztin der AKH-Kinderklinik hatte im Zweiten Weltkrieg 300 kranke Kinder aus dem Kinderkrankenhaus Rothenburgsort nach Celle geführt. Zuvor war sie dort jedoch direkt an der Tötung von Kindern beteiligt gewesen. Als dies bekannt wurde, wurde der Orden vom Garnison-Museum entfernt – die Stadt schaute sich die Sammlung genauer an und stellte einen großen Bedarf fest, die Ausstellung gründlich zu überarbeiten.

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„Diese Veränderungen werden wir gemeinsam mit dem Garnison-Museum vollziehen“, stellte 1. Stadträtin Susanne Schmitt fest, die sich bei einer Begehung beeindruckt von der Sammlung zeigte. Auch Hans-Dieter Hegers, Vorsitzender des Vereins Celler Garnison-Museum, ist froh, dass die Stadt dem Museum unter die Arme greift. „Die Ausstellung zu überarbeiten, können wir gar nicht leisten“, meinte er.

Jochen Meiners, Direktor des Bomann-Museums, will das Garnison-Museum in das Gesamtkonzept der Celler Museen integrieren. „Wir modernisieren unsere Häuser derzeit. Im Fokus steht dabei der Mensch. Mit dem Garnison-Museum kann man einen weiteren Schwerpunkt Mensch und Militär erarbeiten“, so Meiners. Das umfangreiche Wissen über die persönliche Geschichte der Exponate im Garnison-Museum stellt dafür eine gute Basis dar. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.