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Celle Stadt Steuer-Wirrwarr bei Hotel-Abrechnungen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Steuer-Wirrwarr bei Hotel-Abrechnungen
15:23 13.06.2010
Von Oliver Gatz
„Hier bitte unterschreiben“: ein Gast an der Rezeption des Celler Fürstenhofs. Die Hotelrechnung mit unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen bringt für Geschäftsleute Probleme mit sich. Quelle: Gert Neumann
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Die von der Bundesregierung beschlossene Mehrwertsteuersenkung auf Hotel-Übernachtungen sorgt für Frust. Während Übernachtungen seit 1. Januar mit nur sieben Prozent besteuert werden, bleibt es beim Frühstück bei 19 Prozent. Als Folge davon weisen die Hotels Übernachtungen und Frühstück getrennt aus – was Geschäftsreisende und Firmen verärgert. Zum einen ist damit ein erhöhter Buchungsaufwand verbunden, zum anderen haben Geschäftsleute steuerliche Nachteile.

Im Celler Hotel Utspann haben sich bereits Geschäftsleute über die Neuregelung beklagt und aufs Frühstück verzichtet, berichtet Hotel-Managerin Aurelia Perry. „Das ist ein zusätzlicher Aufwand für uns und für die Gäste“, kritisiert sie. Es wäre wünschenswert, wenn der verminderte Steuersatz auch fürs Frühstück gelten würde.

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„Wir stellen bei den Gästen einen verstärkten Erklärungsbedarf fest“, sagt die Chefin des Hotels Celler Tor, Susanne Ostler. „Es gab schon die eine oder andere Nachfrage.“ Die Neuregelung sei im Grundsatz zu begrüßen, verursache aber einen erhöhten Buchungsaufwand in den Unternehmen, betont Ostler. Zudem sei die praktische Umsetzung des Gesetzes diffus. „Es gibt bislang nur Empfehlungen, aber keine Durchführungsverordnung.“

Angesichts zahlreicher Geschäftsleute aus dem Ausland – insbesondere aus den USA – hat der Celler Fürstenhof nach Angaben von Hotelchef Ingo Schreiber bislang keine Beschwerden registriert. „Wir müssen sehen, wie das in Zukunft ist“, sagt er. Auch Schreiber hätte sich einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz auf Übernachtung und Frühstück gewünscht.

In einem Brief haben sich acht große Wirtschaftsverbände beim Bundesfinanzministerium beschwert – darunter der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Viele Geschäftsreisende müssten nun entweder teilweise auf eigene Kosten frühstücken oder auf einen Teil des Frühstücks Lohnsteuer zahlen, heißt es.

Grund: Die Mahlzeit kann anders als die Übernachtung vom Arbeitgeber nicht vollständig lohnsteuerfrei erstattet werden. Bisher konnten Arbeitgeber und Finanzämter mit steuerfreien Pauschalen rechnen, weil der genaue Frühstückspreis auf den meisten Hotelrechnungen nicht erkennbar war.