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Celle Stadt Stimmgewaltig, quirlig und furios
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stimmgewaltig, quirlig und furios
14:16 13.06.2010
Konzert Elizabeth Lee Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Celle Stadt

Das Quartett bot eine äußerst vielseitige Mischung aus Vollgas-Rock und Turbo-Powerblues, treibenden Akustik-Rhythmen und erdigen Southern-Bluesrock-Klängen. Und unaufhaltsam begann man dieser einzigartigen Magie zu erliegen, die man verspürt, sobald einem die harten Riffs, Drumbeats, Bässe und bluesigen Laute um die Ohren fliegen.

Es war diese fast schon indiskrete Offenheit der Musik, die – ausnahmslos aus Lees Feder stammend – so fesselnd wirkte, weil sie das permanente Gefühl erzeugte, sie habe etwas zu erzählen. Und obwohl die Musik theoretisch auf den immer gleichen Prinzipien aufbaute, war sie in der Praxis überraschend wendig, wandelfähig und manchmal sogar ein bisschen launisch. Natürlich war es Blues, aber ein Blues, der nicht gänzlich in die Schublade passte. Zu abwechslungsreich war diese Musik, um als grundsolider Texasblues durchzugehen. Lee und ihre Band präsentierten bei Hits wie „Not Fade“, „Sommertime“, „Get It Up“ und „I Just Make Love“ vielmehr die ganze Wandelfähigkeit des Blues. Ihre Versionen waren dabei sehr viel „tougher“, rauer als vom klassischen Blues gewohnt, dazu stimmgewaltig, quirlig und furios. Und sie gestalteten sich zunehmend zu einem rebellischen, eigenwilligen Kontrapunkt in Sachen energiegeladenem, funkigem Rock-Crossover. Im Mittelpunkt stand natürlich Lees beseelte Stimme, zwar spürbar angeschlagen, aber – insbesondere bei den Balladen – doch so warm und anschmiegsam wie ein guter alter Rotwein, gemischt mit einem knusprig-rauen Unterton und untermalt von pulsierenden Drums und crunchigen, knackigen Gitarrensounds. Eine Vollblutmusikerin, bei der eine ganz eigene Essenz aus Blues und Rock durch die Adern zu fließen scheint.

Von Rolf-Dieter Diehl