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Celle Stadt Studie zur Flüchtlings-Kriminalität passt nicht zur Situation in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Studie zur Flüchtlings-Kriminalität passt nicht zur Situation in Celle
18:17 19.01.2018
Von Michael Ende
Die jüngste blutige Attacke in der Celler Bahnhofstraße passt ins Bild der Pfeiffer-Studie –die Celler Gesamtsituation hingegen nicht. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Zentraler Befund des Gutachtens von Pfeiffer, dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist zunächst, dass von Flüchtlingen begangene Gewalttaten einen wesentlichen Anteil am Anstieg in diesem Bereich haben. Zwischen 2007 und 2014 gingen polizeilich registrierte Gewalttaten zurück. Dann wurde wieder ein Anstieg verzeichnet – in Niedersachsen um gut zehn Prozent für die Jahre 2014 und 2015. Gut 13 Prozent der aufgeklärten Fälle sind der Studie zufolge Flüchtlingen zuzurechnen. Für den Anstieg der Gewalttaten sind sie damit zu 92 Prozent verantwortlich, wie es in dem Gutachten heißt. 17 Prozent der von Flüchtlingen begangenen Gewalt- und 31 Prozent der Raubdelikte gingen der Untersuchung zufolge auf das Konto von Tätern aus Algerien, Tunesien oder Marokko, obwohl sie nur knapp ein Prozent der in Niedersachsen registrierten Flüchtlinge ausmachten. Bei Syrern, Irakern und Afghanen ist es umgekehrt: Sie machten mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Flüchtlinge aus. Ihr Anteil an den von Flüchtlingen begangenen Gewalttaten betrug knapp 35, bei Raubtaten 16 Prozent.

„Die Studienergebnisse der Kriminalitätsforscher lassen sich für den Bereich der Polizeiinspektion Celle nicht bestätigen“, sagte Celles Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Der Grund dafür lasse sich nicht eindeutig erklären. „Es liegt möglicherweise aber daran, dass in dem in Frage kommenden Zeitraum mehr Syrer, Afghanen und Iraker in den Celler Asylbewerberunterkünften untergebracht waren als Flüchtlinge aus nordafrikanischen Staaten.“

In welchem Mengenverhältnis die einzelnen Nationalitäten der Asylsuchenden damals zueinander gestanden hätten, könnten die polizeilichen Recherchemöglichkeiten nicht wiedergeben, so Wallheinke: „Ebenso verhält es sich bei dem Anteil, den die Flüchtlinge im Verhältnis zur Bewohnerzahl in Stadt und Landkreis ausmachten.“

Dennoch lasse sich die Einschätzung der Polizei Celle anhand der erhobenen Fallzahlen verdeutlichen. Im Jahr 2014 hat es im Bereich der Polizeiinspektion Celle 477 Fälle von Gewaltkriminalität gegeben. 12 dieser Taten wurden von Flüchtlingen begangen. Darunter war niemand aus Algerien, Tunesien oder Marokko und gerade einmal ein Täter aus dem mittleren Osten. Vier der Zuwanderer waren zwischen 14 und 30 Jahren alt.

Einen leichten Anstieg des Ausländer-Anteils verzeichnete die Polizei im Jahr 2015. Damals waren Flüchtlinge an 17 der insgesamt 422 Gewaltstraftaten beteiligt. 17 von ihnen kamen aus Algerien, Tunesien oder Marokko, 7 von ihnen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak. 10 von ihnen waren zwischen 14 und 30 Jahre alt.

Im Jahr 2016 stiegen die Zahlen laut polizeilicher Statistik für den Bereich Celle erneut an. Bei insgesamt 453 Fällen von Gewaltkriminalität waren in 30 Fällen Flüchtlinge die Täter. 4 von ihnen stammten aus Nordafrika, während 10 aus Syrien. Afghanistan oder dem Irak kamen.

Wallheinke ist Polizist und kein Kriminalitätsforscher, der es gewohnt ist, mit Zahlen zu jonglieren, um Thesen aufzustellen oder zu widerlegen. In Bezug auf die Pfeiffer-Studie ist Wallheinkes Einschätzung jedoch klar: „Es lässt sich sagen, dass der Anteil an durch Flüchtlinge begangenen Gewalttaten für den Bereich Celle nicht signifikant ist. Eine Zunahme von Gewaltdelikten, wie im Ergebnis der Studie für das Land Niedersachsen festgestellt, kann für den Bereich Celle nicht belegt werden.“

Die Aussagekraft der Studie haben indes sogar die Forscher selbst relativiert: Die Rede ist von „möglichen statistischen Verzerrungen“. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Gewaltdelikte von Flüchtlingen häufiger angezeigt würden, weil die Bereitschaft dazu etwa doppelt so hoch ist, wenn Täter und Opfer sich vorher nicht kannten oder verschiedenen ethnischen Gruppen angehören.

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