Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Synagoge in Celle: Die jüdische Welt sehen, hören und fühlen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Synagoge in Celle: Die jüdische Welt sehen, hören und fühlen
18:09 11.01.2018
Dr. Bianca Roitsch aus Berlin hielt am 09.04.2017 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen einen Vortrag mit dem Schwerpunkt auf der Beziehung des ländlichen Umfelds zum Konzentrationslager Bergen-Belsen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Lesungen und Vorträge renommierter Autoren, zwei Ausstellungen und erstmals ein im Mai beginnendes Filmfest gewähren Einblick in eine vergangene und gegenwärtige jüdische Lebenswelt. Von größter Bedeutung sind zwei Gedenktage des neuen Jahres: Der 14. Mai 1948 gilt als Geburtsstunde des Staates Israel, der zur neuen Heimat für eine große Zahl im nationalsozialistischen Deutschland verfolgter Juden wurde. Begonnen hatte die systematische Entrechtung nicht erst mit der Pogromnacht, die sich am 9. November zum 80. Mal jährt, mit der zentral gelenkten Zerstörung und Plünderung von Synagogen und jüdischen Geschäften, Verschleppung und Ermordung zahlreicher Menschen wurde die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung jedoch öffentlich und für jeden sichtbar.

Der Lebensweg sowie die Zeichnungen und Grafiken der Künstlerin Lea Grundig verkörpern eine Verbindung zwischen dem Leid in der alten Heimat und dem Neuanfang in Palästina. Dorthin gelang der Dresdnerin die Flucht, und von hier aus verfolgte sie das Schicksal derjenigen, die zum Bleiben verdammt waren. „Da ersticken Schreie…“ ist die Ausstellung überschrieben, die am Samstag, 27. Januar, eröffnet wird. An diesem Tag vor 73 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit, zu spät für die erste Rabbinerin der Welt. „Fräulein Rabbiner Jonas“ wurde 1935 in Offenbach ordiniert, ihre Geschichte, die 1944 in Auschwitz endete, erzählt eine kleine Schau, die ab dem 26. April zu sehen sein wird. Gott und die hebräische Bibel werden zentral in Regina Jonas‘ Leben gewesen sein, ebenso wie sie Arbeitsgegenstand für Klara Buttig sind, die Pastorin und Professorin für das Alte Testament beleuchtet am Donnerstag, 15. Februar, die Frage „Was sagen wir, wenn wir ‚Gott‘ sagen?“. Welche Lieder wiederum zu Seinen Ehren auf Jiddisch und Hebräisch an Feiertagen und im Alltag gesungen werden, vermitteln die Sängerin Valeria Shishkova und Band unter dem Titel "Yontev iz gekumen", die am Sonntag, 18. März, einen musikalischen Abend gestalten werden.

Einen Perspektivwechsel in der Betrachtung der Zeit des Nationalsozialismus ist mit Bianca Roitsch‘ Referat „Schwierige Nachbarschaften – was wussten die Menschen um das Lager herum?“ am 24. Juni zu erleben. Sie trägt auf der Basis ihrer Dissertation vor, in der sie speziell das ländliche Umfeld der Lager Moringen, Esterwegen und Bergen-Belsen untersuchte.

Den Sprung in die Gegenwart haben die Programmgestalter mit den drei Lesungen des ersten Halbjahres unternommen. Mit welchen Problemen der Staat Israel 70 Jahre nach der Gründung kämpft, schildert Lizzie Doron anhand von Biografien palästinensischer Täter und israelischer Wehrdienstverweigerer in ihrem Buch „Sweet Occupation“, aus dem sie am 15. April liest. Wie problematisch das Aufwachsen in einem streng religiösen Umfeld für den Lebensweg sein kann, beschreibt Deborah Feldman in ihrem Bestseller „Unorthodox“, aus dem sie am 7. Juni vorträgt. Den Rahmen der rein jüdischen Welt sprengt die Autorin Barbara Honigman, sie liest am 22. März aus ihrem Buch „Chronik aus meiner Straße“. Sie hat nichts anderes getan, als sich umzuschauen in ihrer Nachbarschaft und ein Abbild des großen Kosmos im Kleinen entdeckt.

Vergleichsweise klein ist in der Regel auch die Zahl der Gäste bei Veranstaltungen in der Synagoge, was der Qualität und Exklusivität der Angebote der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und der Stadt Celle nicht gerecht wird. Das neue Jahr bietet mit dem vorliegenden Programm die Chance, den Kreis der Interessierten auch vor dem Hintergrund der ehrenamtlichen Arbeit und Finanzierung ausschließlich über Mitgliederbeiträge zu erweitern.

Von Anke Schlicht

2017 war für den Deutsch-Polnischer-Kulturkreis (DPK) schon ein aufregendes Jahr, in dem Teilnehmer der Studienreise in Danzig den Friedensnobelpreisträger Lech Walesa trafen. 2018 feiert der DPK zehnten Geburtstag und es stehen einige Veränderungen an.

Dagny Siebke 11.01.2018

Wenn eine Ausstellung, wie diejenige in der Celler Synagoge über den jüdischen Kantor Samuel Lampe, nicht offiziell eröffnet wird, sondern nur eine durchaus Interesse weckende Pressemeldung dazu erscheint, dann darf man schon irritiert sein. Ist der Ausstellungsmacher so überzeugt von seiner Sache, dass er nicht glaubt, überhaupt eine offizielle Eröffnung zu benötigen, weil sowieso viele Besucher zu erwarten sind?

11.01.2018

Es wurde mehr als ein „bunter Strauß wunderbarer Melodien“. Freunde klassischer Sangeskunst feierten in der Celler Congress Union gemeinsam mit den Musikern auf der Bühne die 15. „Nacht der fünf Tenöre“ – eine Art rauschender Opernball in akustischer Form. Ein abwechslungsreiches Programm, die bezaubernde, sehr informative Zwischen-Moderation von Andrea Hörkens – die auch als Sopranistin ihren Teil zum Erfolg der Veranstaltung beitrug – sowie ihre fünf Kollegen machten den Abend zu einem vom Publikum gefeierten Ereignis. Nicht zuletzt hatten daran auch die Plovdiver Symphoniker unter der Leitung von Nayden Todorov großen Anteil.

11.01.2018