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Celle Stadt Tauwetter: Salz gelangt in die Flüsse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tauwetter: Salz gelangt in die Flüsse
14:45 13.06.2010
Frank Osterloh von der Straßenmeisterei Celle überprüft einen Solebehälter. Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Leise rieselte in den vergangenen Wochen Tonne um Tonne Salz auf die Celler Straßen und Gehwege. Das einsetzende Tauwetter sorgt nun dafür, dass das im Wasser gelöste Streugut über die Gullys und Regenwasserkanäle in die Flüsse und Bäche gelangt. „Da wir in den meisten Stadtgebieten Kanaltrennung haben, kommt aber nur wenig Schmelzwasser in der Kläranlage an“, so Wolfgang Fischer, Pressesprecher der Stadt Celle.

Für den Schützenplatz gibt Fischer Entwarnung: „Der Schnee, der dort lagert, stammt größtenteils aus den Nebenstraßen und ist kaum verunreinigt“. Aus diesem Grund ist nicht davon auszugehen, dass die Aller dort stark belastet wird.

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Für die Umwelt sei das Salz schädlich, heißt es in einer Pressemitteilung vom Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen. Hans-Joachim Clausnitzer, NABU-Mitglied aus Eschede, berichtet, dass die Salzkonzentration in den Gewässern entscheidend sei: „Bei einer hohen Konzentration gehen empfindliche Arten zurück“, so der Biologe. In Celle geht Clausnitzer jedoch davon aus, dass die Flüsse nur für kurze Zeit einen erhöhten Salzwert aufweisen, da das Streugut nur während des Winters eingesetzt wird.

Um zu verhindern, dass Salz in konzentrierter Form in die Umwelt gelangt, sind die Salzlager der Straßenmeistereien speziell gesichert. Die Straßenmeisterei Celle, die für die Bundes- und Landesstraßen zuständig ist, greift bereits seit zehn Jahren auf die sparsame Feuchtsalztechnik zurück. Bei dieser Methode verteilen die Streufahrzeuge neben Steinsalz eine Natriumchloridsole auf der Fahrbahn. Die Flüssigkeit wird auf dem Betriebsgelände der Kreisstraßenmeisterei in Lachendorf in doppelwandigen Tanks aufbewahrt.

Holger Gralher, Chef der Kreisstraßenmeisterei, hält seine Tanks für sicher: „Sie stehen auf einem dicken Fundament, dass die hohe Belastung von 30000 Liter pro Behälter tragen kann. Da tropft nichts raus.“ Für Straßenwärtermeister Frank Osterloh sind die Behälter nahezu „unverwüstlich“.

Währenddessen bereiten sich die Straßenmeistereien auf die nächste Dauerfrostperiode vor. „Ab Mittwoch sorgt kalte Luft aus Osten für Temperaturen, die nachts bis minus neun Grad reichen“, erläutert Jürgen Püschel vom Deutschen Wetterdienst. „Friert dann das Wasser auf den Straßen, wird es kritisch“, warnt der Experte. Während die Straßenmeisterei Celle mit 300 Tonnen Salz auf Lager gut vorbereitet ist, berichten Stadt und Landkreis, ihre Hallen seien schlecht gefüllt. Daher hoffen sie auf Nachschub.

Von Christian Uthoff