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Celle Stadt Zeitloser Aktualität nachgespürt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zeitloser Aktualität nachgespürt
13:14 15.03.2019
Alex Friedland ist als Fabian im gleichnamigen Stück des Celler Schlosstheaters in Halle 19 zu sehen. Quelle: Schlosstheater / Catharina May
Celle

Erich Kästner, der Dresdner Autor mit dem subtilen und glasklaren Stil, der fantasievoll, aber nie originalitätsheischend geschrieben hat, ist mindestens bis in die 60er Jahre allgemein bekannt gewesen, danach verschwand er zunehmend aus dem Bewusstsein der Erwachsenen. Seine Kinderbücher wie „Das doppelte Lottchen“, „Emil und die Detektive“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“ blieben weiter bekannt. Kästners gesellschaftskritische Texte, seine Romane und nicht zuletzt seine Gedichte wie beispielsweise sein Zyklus „Die 13 Monate“ jedoch verschwanden zunehmend aus dem Bewusstsein der Bevölkerung.

Erst die überaus erfolgreichen halbszenischen Kästner-Leseabende des TV-Schauspielers Walter Sittler wie beispielsweise „Als ich ein kleiner Junge war“ lenkten den Fokus der Öffentlichkeit in den letzten Jahren wieder verstärkt auf Kästner. Und seit einigen Jahren, seit es „in“ ist auf dem Theater szenisch bearbeitete Romane zu bringen, ist „Fabian“ oder, wie der Text ursprünglich heißen sollte „Der Gang vor die Hunde“, auch relativ häufig auf den Bühnen zu sehen. Das ist kein Wunder, ist doch dieser Roman, sinngemäß in den Worten des Autors selbst, ein Text, der vor dem Abgrund warnen wollte, dem sich Deutschland und Europa 1931 näherten. Dieser Roman sollte mit allen Mitteln in letzter Minute das deutsche Volk zur Besinnung bringen.

Zu Recht formuliert das Schlosstheater, dass Kästner in diesem satirischen Großstadtroman mit beißendem Humor gesellschaftliche Entwicklungen offenlegen wollte, die sich in durchaus vergleichbarer Weise auch heute beobachten lassen. Regisseur Paul Schwesig möchte in seiner Inszenierung der zeitlosen Aktualität des Textes nachspüren, diese offenlegen und so das Publikum erreichen. Darum wird von ihm und seiner Bühnenbildnerin Annika Lohmann das Bühnengeschehen auch nicht in den 20er Jahren verortet werden, sondern in einem neutralen industriegeprägten Umfeld spielen. „Wir wollen die Halle 19 wirklich auch einmal mit dem nutzen, was sie eigentlich ausstrahlt: mit Industriehallencharme. Erstaunlicherweise wurde das bisher noch kaum gemacht. Wir werden die freiliegenden Rohre als Teil unserer, also Kästners Bühnenwelt nutzen.“ So dürfte die Szene wohl geprägt sein von einem zeitlosen Ambiente, das für die Zuschauer viele Möglichkeiten bietet, die eigene Fantasie zu aktivieren.

Dazu dürfte auch die Musik Jonas Meyers dienen, die in sehr aufwendiger Weise entstanden ist und jeder Szene von vornherein eine hohe atmosphärische Dichte verleihen soll. Das heißt aber nicht, dass das Publikum mit irgendeiner Form von Revue zu rechnen hätte, ganz im Gegenteil, die Musik wird Atmosphäre schaffen und sich dann auch wieder zurücknehmen um die Sprache zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Die Titelfigur spielt Alex Friedland. Die weiteren Rollen werden aufgeteilt auf sechs Schauspieler, die nicht nur alle mehrere größere oder kleinere Rollen spielen, sondern zeitweise auch in über dem Geschehen stehender Art erzählend agieren werden.

Die ausverkaufte Premiere ist am 30. März in der Halle 19 des Celler Schlosstheaters auf dem Gelände der CD-Kaserne, für die zweite Aufführung am 3. April gibt es noch wenige Restkarten.

Von Reinald Hanke

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