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Celle Stadt Tiefe Einblicke und nackte Tatsachen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tiefe Einblicke und nackte Tatsachen
18:16 26.08.2018
Die Musik der Band von Moritz Aring und von Marlene (Natascha Heimes) ergänzt die Lesung von Autor Heinrich Thies aus seinem Buch „Fesche Lola, brave Liesel“. Quelle: Doris Hennies
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Celle

CELLE. Es fing ein wenig zögerlich an. Das war sowohl dem Blick hinauf zum regnerischen Himmel als auch einigen Parallelveranstaltungen geschuldet. Dann aber strömten sie doch, die Besucher, zum Sommerfest des Schlosstheaters rund ums und ins Celler Schloss. Das ambitionierte Veranstalterteam hatte sich alle Mühe gemacht und ein vielseitiges, vollgepacktes Programm zusammengestellt, das neben musikalischer und darstellerischer Unterhaltung auch eine Menge Möglichkeiten bot, selbst aktiv zu werden oder einen Blick hinter die Kulissen zu werfen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Während sich vor dem Schloss die drei Musiker der M-Funk-Band mit gutem Groove redlich bemühten, die ersten Zuhörer an die Bühne zu locken, und Siegfried Kirchhof seine Swing-Klassiker zum Besten gab, machten die Teilnehmer der ersten Theaterführung die Runde im Schloss. Die ersten Kinder folgten gleichzeitig Aschenputtel auf eine Theaterrallye durch den Park – oder wählten, wie die vierjährige Anna, das etwas trockenere Angebot zum professionellen Schminken im Foyer. „Ich will lieber Glitzerfee werden“, sagte sie.

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Im Stuhl nebenan wurde gerade aus Schauspielerin Natascha Heimes Marlene Dietrich. Sie hatte gleich mehrere Auftritte vor und im Schlosshof, wo dann auch die große Spielzeitrevue, der Höhepunkt des Festes, gleich zweimal präsentiert wurde. Schminktisch und Garderobe kamen richtig gut an. „So nah kommt man der Verwandlung ja sonst nicht. Das ist schon toll“, sagte Hanna Friedrich aus Hannover, die gerade bei ihrer Schwester zu Gast war.

Gleichzeitig zu den Auftritten unterschiedlicher Musiker liefen in den rund sechs Stunden Festbetrieb mehrere Workshops für Kinder sowie Führungen und Vorführungen und gaben Einblicke in Technik und Spezialeffekte. Zum Rahmenprogramm gehörte auch Autor Heinrich Thies mit seiner musikalisch unterstützten Lesung aus „Fesche Lola, brave Liesel“ – als Uraufführung im neuen Spieljahr zu sehen und dort ebenfalls von der Jazz-Combo Moritz Aring begleitet. Weitere Kostproben gab es in der großen, nicht nur wegen der entzückenden Pinguine und des blankziehenden Schönlings Sigismund sehr unterhaltsamen Hauptshow. Mit einem gekonnten Mix aus Fragmenten und Szenen der neuen Stücke – von „Rotkäppchen und die blöde Angst“ über „Kabale und Liebe“ bis zum „Tod eines Handlungsreisenden“ mit dem scheidenden Jürgen Kaczmarek – und geschickt geknüpften Übergängen brachte das Ensemble die Zuschauer auf den gut gefüllten Rängen zu Beifallsstürmen und immer wieder zum Lachen.

Elisabeth Meyer aus Winsen denkt jetzt über ein Abo beim Schlosstheater nach: „Die Show war klasse und hat mich richtig neugierig gemacht. Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich am besten nach Celle komme, und meine Freundin überreden, mitzuziehen.“

Von Doris Hennies

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