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Celle Stadt Adios, Rio's! (mit Video)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Adios, Rio's! (mit Video)
17:21 19.04.2019
Im Rios sind die Entkernungsarbeiten abgeschlossen. Jetzt werden die Räume des Hotels für den Abriss vorbereitet. Quelle: Benjamin Behrens
Neuenhäusen

Generationen von Feiernden haben es nicht geschafft, das Rio's abzureißen. Das erledigt jetzt bald ein Bagger. Da, wo Neumarkt und Nordwall aufeinandertreffen, sollen in Zukunft die Autos zweispurig fahren – die Kult-Bar und weitere Häuser am Nordwall müssen weichen.

Nichts bleibt übrig

Mitarbeiter der Firma TIRS Abbruch und Recycling sind dabei, die leerstehenden Häuser zu entkernen. Und so wüst wie jetzt sah es nicht mal nach der wildesten Party im Café Rio's aus. Sprayer haben sich die Wände vorgenommen. Die Möbel fanden bei Auktionen in der Kneipe woanders ein neues Zuhause – nach über 23 Jahren lebt das Rios in vielen Celler Haushalten weiter. Wer weiß, ob jetzt einer der roten Kunststoffstühle als Sitzgelegenheit für ein Kater-Frühstück dient? In einer Ecke stapeln sich herausgebrochene Türen und anderer Schrott.

Dennis Knoblich rückt seinen Helm zurecht und blickt sich im größten Raum des Gebäudes um. „Echt schade um eine so gut gehende Kneipe“, sagt der Polier der Firma TIRS. Der Lüneburger hat im Internet recherchiert – wie er es bei jedem Abbruchhaus tut, das er begleitet. „Das ist so eine Marotte von mir.“

Irrgarten mit Terrasse

Knoblich und die Kollegen vom Abbruch-Trupp sind fertig mit dem Gebäude. In der Ecke liegen gestapelte Türen und andere lose Holzteile. Was sich vorsortieren lässt, wird erledigt. Wertstoffe wie Kabel und Kupferrohre aus den Trümmern zu herauszusortieren, wäre zu mühsam. Das komplette Gebäude muss außerdem nach Schadstoffen wie Leuchtstoffröhren mit Quecksilber oder Dämmmaterial aus künstlichen Mineralfasern (KMF) abgesucht werden. Mittlerweile kennt sich Knoblich aus in den verwinkelten Räumen des Rio's und der darüber liegenden Wohnung. „Am Anfang habe ich mich oft verlaufen“, gibt er zu.

Löcher in den Wänden zeugen davon, dass die Arbeiter geprüft haben, ob sie mit KMF belastet sind. Sprüche an den Wänden der ehemaligen Toiletten sind hingegen Zeugnis für die gute Laune der früheren Gäste. Helin, Tommo, Murie, Kathrin, Maria, Lilli und Kim – sie haben gemeinsam Neles 18. Geburtstag gefeiert und es mit Edding an den Fliesen festgehalten. Daneben steht „Rio's forever!“ – es hat nicht sollen sein.

Über die Wohnung im Obergeschoss und zwei schmale Treppen kommt man auf eine kleine Dachterrasse. Das Holz ist brüchig, die Geländer wackelig. „Das wird ohne Bauantrag gebaut sein“, sagt Knoblich grinsend und lässt den Blick über die Hausdächer schweifen. „Ich glaube, ich mache hier heute Mittagspause.“

Braucht jemand ein Dach?

Auch vom Zimmer 31 im ehemaligen Altstadt-Hotel hat man eine schöne Aussicht, der Blick kann ungehemmt über den Nordwall wandern. Alle Zimmertüren sind professionell aufgebrochen. Feuerwehr und THW haben das Hotel für Rettungsübungen genutzt. Jetzt gibt Rami Derwishi vom Abbruch-Trupp den Türen mit einer Brechstange den Rest. Durchs offene Fenster landet die Tür krachend im Hinterhof. Was dort liegt, ist nicht zu gebrauchen. „Jemand wollte die Außenlampen haben und hat sie sich mitgenommen“, sagt Knoblich. Manchmal wurden schon ganze Dächer abgebaut, so Knoblich. Wer fragt, kann sich bedienen. „Das ist mir lieber, als wenn die Leute nachts auf dem Dach rumklettern.“ In etwa drei Wochen rollt dann der Bagger an und es heißt: Adio's, Rios!

Einst wurde dort gefeiert oder übernachtet - nun stehen Bar und Hotel leer. 

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