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Celle Stadt Tsellis: Stadt will Forscher begeistern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Tsellis: Stadt will Forscher begeistern
14:58 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Kein Konzept, kein Geld, kein politischer Wille – lange Zeit sah es so aus, als würden die Überreste der Siedlung Tsellis für immer unter der Ackerkrume in Altencelle liegen bleiben. Doch die Stadt hat jetzt möglicherweise einen Kniff gefunden, das Projekt voranzutreiben. Archäologen und Historiker sollen beim Land einen Antrag auf Fördermittel stellen, um die Ausgrabung der versunkenen Stadt bewerkstelligen zu können. Ob dies gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Stadtbaurat Matthias Hardinghaus hat dafür jetzt ausgewählte Wissenschaftler – Archäologen und Historiker – zu einer Interessentenkonferenz nach Celle geladen. „Unser Ziel war, die Fachleute mit Fakten zu versorgen und ihnen das Vorhaben schmackhaft zu machen, so dass sie einen Förderantrag stellen“, sagte Hardinghaus.

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Elf Wissenschaftler waren der Einladung ins Neue Rathaus gefolgt, wo Bezirksarchäologe Jan-Joost Assendorp vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege zunächst die bisher gewonnenen Erkenntnisse über Tsellis vorstellte. Im Anschluss spitzten die Vertreter der universitären Einrichtungen besonders die Ohren, als der CDU-Fraktionsvorsitzende im Celler Rat, Heiko Gevers, ans Rednerpult trat. Gevers war nicht in seiner politischen Funktion zu der Veranstaltung geladen, sondern als Ministerialdirigent im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Als solcher legte er die Rahmenbedingungen für eine finanzielle Förderung durch das Land dar.

„Finanziert aus der Dividende der Landesanteile an VW gibt es das Programm ‘PRO*Niedersachsen‘. Aus diesem Topf werden speziell Projekte mit Bezügen zu Niedersachsen gefördert“, erläuterte Gevers, der erklärte, dass die Tsellis-Ausgrabung schon allein daher gute Chancen auf eine Förderung hätten.

Maximal 200000 Euro für die Dauer von drei Jahren könnten fließen. Voraussetzungen: Einer der Antragsteller muss aus Niedersachsen kommen. Der Antrag muss bis zum November vorliegen. Dann muss das Forschungskonzept noch abgesegnet werden.

Hardinghaus ist nach der Konferenz durchaus positiv gestimmt. „Der Ball liegt jetzt ein klein wenig im Feld der Wissenschaftler“, meinte Celles Stadtbaurat.

Altencelles Ortsbürgermeister Otto Stumpf würde allerdings gerne weiteres Engagement der Stadt sehen. „Man darf sich jetzt nicht im Sessel zurücklehnen und warten, sondern muss die Wissenschaftler zeitnah wieder anrufen und ins Gespräch ziehen“, meinte er. Zudem sähe er es auch gerne, wenn die Stadt selbst noch Geld zusätzlich zu den möglichen Fördermitteln bereitstellen würde.

Auch Gevers, dieses Mal als CDU-Fraktionsvorsitzender, denkt, „dass die Stadt deutlich machen muss, dass sie hinter dem Vorhaben steht. Die treibende Kraft muss jetzt die Stadt sein“, so Gevers. Das Neue Rathaus müsse das Projekt nicht unbedingt mit Geld unterstützen. Auch personelle Unterstützung käme dabei in Frage.

In Sichtweite zur Altenceller St.-Gertrudenkirche finden sich noch alte Scherben und Ziegelbruchstücke aus der Zeit der mittelalterlichen Besiedlung Tsellis. Foto: Ende

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