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Celle Stadt Unsichtbares Gift: So gefährlich ist Shisha-Rauch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Unsichtbares Gift: So gefährlich ist Shisha-Rauch
22:25 14.01.2018
Von Christoph Zimmer
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Celle Stadt

Thomas Adasch und Jörn Schepelmann (beide CDU) sprechen sich jetzt für verbindliche Regeln für die Leistungsfähigkeit von Belüftungsanlagen in den Shishabars aus. „Wir werden dieses Thema mit in den Landtag nehmen“, sagen die beiden Landtagsabgeordneten. "Kohlenmonoxid ist geruchlos und hochgiftig und besonders in geschlossenen Räumen gefährlich."

In der neuen Shishabar in der Marktpassage in Celle liegt ein süßer Geruch in der Luft. Ein blubberndes Geräusch ist zu hören, wenn die Gäste an der Wasserpfeife ziehen. Wassermelone und Zitrone sind als Geschmacksrichtungen besonders gefragt. Nachdem der Qualm den Mund eines jungen Mannes verlassen hat, verschwindet er auch wieder. „Wir haben großen Wert auf eine gute Abluftanlage gelegt“, sagt Bayram Sömö, der Inhaber der Lounge Mevan. Das klassische Bild von dichten Rauchschwaden in Shishabars gibt es hier nicht.

Die neue Shishabar ist eine von dreien in Celle. Beanstandungen von Feuerwehr und Ordnungsamt gab es bislang nicht. Das ist nicht in allen Städten so. Zuletzt häuften sich Meldungen über Kohlenmonoxidvergiftungen bei Besuchern. In anderen Städten wurden Bars wegen zu hoher Werte des hochgiftigen Gases geschlossen.

Der Tabak wird in der Wasserpfeife nicht direkt verbrannt, sondern bei niedrigen Temperaturen mit Hilfe der Wasserpfeifenkohle erhitzt. Bei der Verbrennung der Kohle entsteht das unsichtbare und hochgiftige Kohlenmonoxid. In geschlossenen Räumen mit geringer Luftzufuhr kann es schnell passieren, dass der Organismus nicht mehr genug Sauerstoff erhält.

Kohlenmonoxid kann den Transport von Sauerstoff im Blut blockieren. Bei einer Vergiftung kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit – und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod.

Sömö ist die Gesundheit seiner Gäste und Mitarbeiter wichtig. „Ich habe eine große Verantwortung. Alles muss absolut sicher sein“, sagt er. Die großen Rohre der Abluftanlage sind an der Decke der Lounge deutlich zu sehen. Auch die Öffnungen, aus denen permanent frische Luft in den ganzen Raum geführt wird. „Jeder soll sehen, wie wichtig uns die Lüftungsanlage ist“, sagt der Betreiber. Hinzu kommt die frische Luft aus der Passage, die nicht nur für Gäste offen ist.

Gewerberechtlich werde kein Unterschied zwischen Gaststätten mit Raucherraum und Shishabars gemacht, sagt Myriam Meißner. Wie die Stadtsprecherin erklärt, sei die Shishabar als eigene Betriebsart noch nicht eingeführt. „Eine geeignete Lüftung“ müsse laut Meißner sichergestellt werden. Am Ende komme es wie bei jedem anderen Betrieb auf die Gewissenhaftigkeit des Inhabers an, sagt Meißner.

Die Fälle von Kohlenmonoxidvergiftungen bedauert Sömö. „Es ist schrecklich, was passiert ist“, sagt der Betreiber, der zuletzt drei Jahre eine Shishabar in der Schuhstraße hatte. Für ihn gibt es zwei mögliche Erklärungen für Vergiftungen. „Entweder ist die Lüftungsanlage nicht ausreichend oder die Kohle war vor dem Servieren nicht richtig durchgebrannt.“ Der Raum, in dem die Kohle vorbereitet wird, ist durch eine abgeschlossene Tür vom Gastraum getrennt. Direkt über dem Herd ist ein großer Abzug. Dass das Rauchen einer Wasserpfeife nicht gesund ist, weiß der verheiratete Mann und Vater von zwei Kindern. „Wasserpfeifen sind schädlicher als Zigaretten. Das sage ich meinen Kunden auch.“

Der Rauch enthalte die gleichen Schadstoffe wie der Rauch von Zigaretten, erklärt die Wissenschaftlerin Katrin Schaller. „Das ist ein Gemisch aus Tausenden Substanzen.“ Einige dieser Substanzen können schwere Krankheiten auslösen, Krebs etwa. Außerdem steckt Nikotin darin, dieser Stoff macht abhängig. Gefährlich ist der Rauch nicht nur, weil er Krebs auslösen kann. In ihm stecken auch Stoffe, die winzige Härchen in der Lunge verkleben. Die Härchen sollen eigentlich Schleim oder zum Beispiel Staub nach draußen transportieren. Verkleben sie, geht das nicht mehr. Das belastet die Lunge.

Rückenwind für die Celler Stadtverwaltung: Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg (OVG) hat noch im Dezember den Normenkontrollantrag wegen Feststellung der Unwirksamkeit des Bebauungsplanes in Scheuen abgelehnt. Eigentümer Jens Ückert legte jedoch Beschwerde gegen das Urteil ein.

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