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Celle Stadt „Hart am Wind segeln, nicht dümpeln“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Hart am Wind segeln, nicht dümpeln“
15:40 16.05.2019
Wenn es um demokratische Rechte und Freiheiten geht, gegen extremistische Meinungsmache, stecken auch die VHS und das Schlosstheater in Celle gerne unter einer goldenen Decke von "Die Vielen". Liliane Steinke (vhs) und Andreas Döring (Intendant Schlosstheater) Quelle: Doris Hennies
Celle

Man sage ihm nach, er „brenne“ – und das in mehrerlei Hinsicht. Mit dieser Einschätzung konfrontierte Liliane Steinke in der jüngsten Runde des „VHS-Talks“ ihren Gast Andreas Döring. Kompliment oder Provokation? Was treibt ihn an, den Intendanten des Celler Schlosstheaters? Was ist ihm wichtig, wofür tritt er ein – und wie ist er überhaupt zu dem geworden, der er heute ist?

Silber-goldene Rettungsdecke

Wenn sich das „Brennen“ auf Ambition bezieht, so besteht kein Zweifel: Andreas Döring hat sie. Und er beweist sie nicht nur in seiner Führung des Theaters. Position zu beziehen, ist ihm wichtig. Gleichsam als Beweis packt er die silber-goldene Rettungsdecke aus, Symbol geworden für eine deutschlandweite „glänzende Demonstration der Kunst und Kultur“. „Die Vielen“ stehen für Solidarität: eine Kampagne gegen extremistische Meinungsmache, rechtsradikale Polemik, gegen Ausgrenzung und rassistische Hetze – für die Freiheit von Kunst und Wissenschaft. „Wir setzen mit dieser Erklärung ein gesellschaftspolitisches Signal und zeigen gemeinsam eine Haltung für Toleranz, Vielfalt und Respekt“, heißt es in der Celler Erklärung – mitverfasst von Döring, unterzeichnet und getragen von 42 Einrichtungen, Gruppen und Einzelnen aus der Region, zu denen auch die VHS gehört.

Rahmenvorgaben

Was das Theater betrifft, versuche er seine Ambition heute unter einen Hut zu bekommen mit den Erfordernissen, die dieses Schlosstheater Celle mit sich bringe. „Das ist etwas, was ich erst lernen musste. Es gibt viele Faktoren, die einbezogen und abgewogen werden müssen.“ Letztlich geben das Theater als Spielstätte und die Celler als Zuschauer einen Rahmen vor. Döring spricht über Finanzierung, technische und menschliche Kapazitäten (was ist leistbar mit einem Ensemble), Stückauswahl und Abonnenten.

„Die Zahlen müssen stimmen“

Der Spielplan interessiert die Zuhörer. Wie kommt er zustande, wie geht die Auswahl, was bedingt was? Ein profaner Faktor: „Die Zahlen müssen stimmen.“ Da habe er Glück, dass er nicht, wie freie Theater, alle Kosten einspielen muss. Das erlaube einen guten Mix – auch mit Stücken und Stoffen, die nicht unbedingt gefallen müssten oder den Mainstream interessieren. So gelinge auch, was ihn besonders reizt: Arbeiten mit pädagogischen, dokumentarischen und interaktiven Ansätzen – ein Wagnis, das mit der Stückentwicklung zu lokalen Themen schon einige Male gut funktioniert hat.

Theater muss hart am Wind segeln

Das Abo-System des Schlosstheaters zwinge das Theater einerseits in ein System, bedeute aber auch sichere Zuschauerzahlen „und einen Kommunikationsfaktor, der nach außen trägt“. Vieles im Theater sei Teamarbeit – „kreative Prozesse wachsen im Austausch, einer Vernetzung, einem kontinuierlichen Input“. Auf Begriffe wie experimentelles oder modernes Theater lässt er sich nur kurz ein. Letztendlich sei jedes Stück aktuell, also heute gespielt und somit modern. Ein Experiment, weil nie zu sagen ist, wie genau es bei den Zuschauern ankommt. Und das Thema „Geschmack“? Auch das sei subjektiv. Ins Auge gefasst bei jeder Inszenierung sei das gesteckte Ziel: Wo will ich hin? Was soll es aussagen? „Ein Theater muss hart am Wind segeln, darf nicht dümpeln“, das sei die Aufgabe.

Von Doris Hennies

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