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Celle Stadt Totschlagsverdacht: Ermittlungen gegen Juwelier
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Verdacht auf Totschlag: Ermittlungen gegen Juwelier aus Celle

13:40 15.09.2020
Am Tatort in der Altstadt von Celle werden Spuren gesichert. Foto: Moritz Frankenberg/dpa Quelle: Moritz Frankenberg
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Celle

Nach den tödlichen Schüssen in einem Juwelier- und Antiquitätengeschäft in Celle ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsinhaber wegen des Verdachts auf Totschlag. Nach den bisherigen Erkenntnissen sei klar, dass der 71-Jährige auf die beiden mutmaßlichen Räuber geschossen und sie tödlich verletzt habe, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde Stefanie Vogler am Dienstag. Demnach ist der 71-Jährige Inhaber einer gültigen Waffenbesitzkarte und durfte die Schusswaffe benutzen. Die Ermittler prüfen, ob der Mann in einer Notwehrsituation war. "Auf den ersten Blick sieht es nach Notwehr aus, das muss nun im Einzelnen geprüft werden", so Vogler. Der genaue Tathergang ist bislang unklar, da es keine Überwachungskamera in dem Geschäft gibt.

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Bekannt ist, dass die beiden mutmaßlichen Räuber am Montagnachmittag das Geschäft in der Fußgängerzone betraten. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte einer der beiden eine Schusswaffe dabei, einer saß im Rollstuhl. In den Geschäftsräumen war zu dem Zeitpunkt nur das Inhaber-Ehepaar im Alter von 71 und 72 Jahren. Es fielen mehrere Schüsse, einer der beiden mutmaßlichen Täter starb im Geschäft, der zweite im Krankenhaus.

Das Recht auf Notwehr

Wer angegriffen wird, darf sich verteidigen - das ist die Kernaussage des Rechts auf Notwehr. In Paragraf 227 des Bürgerlichen Gesetzbuches wird es definiert als "Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden". Im Strafgesetzbuch heißt es in Paragraf 32 dazu: "Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig." Außerdem wird in Paragraf 33 des Strafgesetzbuches festgehalten: "Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, so wird er nicht bestraft." Das kann der Fall sein, wenn sich jemand beispielsweise aus großer Angst stärker wehrt als er müsste, um einen Angriff abzuwehren.

Von Dpa

Jürgen Poestges 15.09.2020
15.09.2020
15.09.2020