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Celle Stadt Skatclub "Die Kiebitze" feiern 25. Geburtstag
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Skatclub "Die Kiebitze" feiern 25. Geburtstag
18:21 23.12.2018
Der Skatclub Kiebitze ist 25 Jahre alt geworden, hier eine Szene vom 700. Spielabend. Quelle: Doris Hennies
Celle

„18.“ – „Ja.“ – „20.“ – „Hab ich.“ – „Zwo.“ – „Ja.“ – „22.“ – „Passe …“ – Keine Frage, hier wird Skat gespielt. Alle 14 Tage, immer am Donnerstag in den ungeraden Wochen, ab 18.30 Uhr treffen sich die Mitspieler des Celler Skatclubs „Die Kiebitze“ im Vereinsheim des Kleingartenvereins Kiebitzsee – und das seit 25 Jahren. Dieser Abend ist allerdings etwas Besonderes: Es ist der 700. seit der Gründung. Gefeiert wird das Jubiläum, allerdings „ohne großes Tamtam“, schon das gesamte Jahr – etwa beim traditionellen Grünkohlessen oder beim Zuprosten auf der diesjährigen Clubausflugsfahrt.

Gemütlichkeit in der Satzung verankert

Die „Kiebitze“ verstehen sich ausdrücklich als „Gemütlichkeitsverein“ – so steht es sogar in der Satzung. Und deshalb ist der Club auch ein Club und kein eingetragener Skatverein. „Dann müssten wir das Ganze eher sportlich sehen und auch an Wettbewerben teilnehmen“, erklärt Burkhard Balkenhol – Gründungsmitglied sowie amtierender Kassen- und Pressewart (bestimmte Statuten hat auch der Club). „Bei uns sollten die Gelegenheit, die Gemeinschaft und vor allem der Spaß am Spielen im Vordergrund stehen.“ 24 Mitglieder zählt der Club aktuell. Gespielt werden üblicherweise zwei Runden à 21 Spiele am Dreiertisch, beziehungsweise 28 Spiele am Vierertisch (dann setzt der Geber jeweils in seiner Runde aus) – so sind die Regeln.

Skatregeln sind nicht einfach

Die Skat-Regeln sind ziemlich kniffelig – zumindest für Laien. Aber Skatspielen lernt man überhaupt nur richtig beim Mitspielen und Zuschauen (eben über die Schulter kiebitzen), da sind sich alle Clubmitglieder einig. Die meisten haben es schon als Jugendliche gelernt – vom Vater oder Großvater, bei der abendlichen Runde am Esstisch, später mit den Kameraden vom Sportverein oder der Feuerwehr. Thomas Trautmann hat der Skatvirus schon mit 11 erwischt. „Ich bekam ein Skatregelheft, fand es spannend und versuchte, es mir selbst beizubringen. Mein Vater hat mit mir offen am Tisch geübt – Jugendskat zu zweit eben“. Die Leidenschaft für das Spiel ist geblieben. „Das hat mich wohl auch zum Clubvorsitzenden gemacht“, lacht der 55-Jährige.

93-jähriges Ehrenmitglied lernt Skat bei der Kriegsmarine

„In jeder freien Minute wurden die Karten rausgeholt“, erzählt der Senior des Clubs, Gerhard Konietzny, „vor allem als 17-Jähriger in der Kriegsmarine. Man hat einfach mitgespielt. Da wurde keiner ausgegrenzt – auch wenn's nicht gleich von Anfang an geklappt hat“. Der 93-Jährige ist inzwischen Ehrenmitglied und kommt noch heute zu den Skatabenden, wenn er auch nicht immer mitspielt.

Dieter Bauer perfektioniert sein Spiel in Bundeswehrzeit

Dieter Bauer hat, wie etliche andere auch, sein Können, was Skat angeht, bei der Bundeswehr perfektioniert („Da gab's ja noch die Wehrpflicht und kaum was anderes in der Freizeit zu tun“). Bauer hat im Club die Aufgabe eines Schiedsrichters. Das heißt, er entscheidet, wenn sich die Gemüter über einen Spielzug erhitzen und man sich über die Regeln nicht einig ist. „Da kommt es schon mal vor, dass ich trotz Regelwerk aus dem Bauch heraus entscheide“, sagt er augenzwinkernd. „Es geht hier schon korrekt zu, aber nicht verbissen. An erster Stelle soll es doch Spaß machen.“ Deshalb ist auch jeder, der sich mal wieder am Skat versuchen oder seine Kenntnisse auffrischen möchte, herzlich bei den Kiebitzen willkommen.

Einzige Frau im Club hat mit 40 erst angefangen

Das gilt auch für Frauen – wenn es die im Club auch seltener gibt. Ausnahme ist Renate Fischer. Die 66-Jährige hat sich nach einem Umzug aus Hannover „gleich wieder eine Möglichkeit gesucht“ und spielt seit drei Jahren hier mit. „Im Verein in Hannover spielen viele Frauen – auch Punktespiele, eben sportlich.“ Mit 40 hat sie „erst“ angefangen. „Hat mich einfach interessiert“, sagt sie. Hier spielt sie hauptsächlich zum Vergnügen. Dass sie die einzige Frau im Club ist, stört sie gar nicht: „Sie sind alle sehr nett zu mir“.

15 Spielwillige treffen sich in eisiger Winternacht

Burkhard Balkenhol erinnert sich: „Zwischen einigen Runden 'Bierlachs' im Vereinsheim des Kleingärtnervereins im Herbst 1992 haben Gerhard Konietzny und ich uns über die Möglichkeiten unterhalten, öfter und regelmäßiger Skat spielen zu können. Ein Bekannter spielte in Berlin in einem Club. Da dachten wir, das können wir auch. Also haben wir einen Aufruf gestartet und einen Zettel ans Brett gepinnt – auf der Suche nach Interessierten.“ Lange zu suchen brauchten die beiden Herren nicht. In einer eisigen Winternacht im Januar 1993 trafen sich 15 Spielwillige – praktischerweise im Vereinsheim, wo sie bis heute spielen – zur Gründung eines Skatclubs. Mit 14 eingeschriebenen Mitgliedern starteten „Die Kiebitze“ – mit 18 Spielern traf sich die Runde zum ersten regulären Spieleabend am 21. Januar. Insgesamt 61 Mitglieder – darunter drei Frauen – und 38 Gastspieler hat der Club inzwischen gezählt.

Stolze Bilanz der vergangenen 25 Jahre

Die Bilanz der letzten 25 Jahre kann sich sehen lassen: Sechs Mitglieder haben zumindest an 500 Spielrunden teilgenommen. 21 Mal wurde ein „Grand Ouvert“ gespielt – und nur einer verloren. Die Listen mit dem besten (2454 Punkte) und dem schlechtesten je erspielten Ergebnis (512) – soweit ausgewertet – führt beide Dieter Raquet an. Es gibt vier Ehrenmitglieder – ausgelobt für „besondere Verdienste“. Der Club spielt inzwischen fünf Wanderpokale pro Jahr aus – nur die Punkte aus den Oster-, Preisskat- und Champagnerpokalspielen gehen in die Wertung ein.

25 Touren am Vatertag unternommen

Außerdem wären da noch: 25 Vatertagstouren – per pedes, Rad, Bahn oder Kutsche sowie fünf Skatclubfahrten – die erste 2007 nach Himmelpforten, dann 2008 nach Rinteln, 2012 nach Albaxen, 2014 ins Wendland und schließlich 2018 die „Jubiläumsfahrt“ nach Altenburg, mit der Stadtbesichtigung samt Skatbrunnen (Taufe) und Skatmuseum sowie Verköstigung in der Brennerei. Nicht zu zählen die gemeinsamen Unterhaltungsabende mit witzigen „Star-Einlagen“ vom Schwanenseeballett bis zu den "Wildecker Herzbuben", die traditionellen Grünkohlessen und das gemeinsame Boßeln in Großmoor.

Und Regeln gibt es reichlich

In einem Definitionsversuch im Internet heißt es: „Skat ist ein Kartenspiel für drei Personen. Es handelt sich um ein Strategiespiel mit imperfekter Information, das durch das Mischen der Karten vor dem Geben auch ein Glücksspielelement aufweist.“

Spielanleitung für Skat in Kurzform

Etwas lichter wird es mit der Spielanleitung, und die geht in Kurzform etwa so: Skat wird mit einem Blatt aus 32 Karten mit je vier Farben (Kreuz, Pik, Herz, Karo) und acht Karten pro Farbe gespielt. Jeder Spieler erhält zehn Karten, die verbleibenden zwei Karten werden „in den Skat gedrückt“, also umgekehrt hingelegt. Der Rang der Spielkarten ist vom (angesagten) Spiel abhängig. Wer ansagen darf, wird mit dem vorangehenden sogenannten „Reizen“ festgestellt. Damit bekommt man raus, welcher der drei Spieler als Solist gegen die anderen beiden spielt. Reizen heißt, in Punkten anzusagen, welche Gewinnchancen man sich bei dem Blatt auf der Hand ausrechnet.

So geht das Spiel erst los

Begonnen wird mit 18, höchstmöglicher Wert ist 40. Der „Höchstbietende“ spielt allein, darf den Skat aufnehmen (und dafür zwei Karten verdeckt ablegen – darf, muss aber nicht!) und entscheidet, was gespielt wird: Farbe (eine der vier Farben wird zum Trumpf bestimmt – zusätzlich zu den Buben), Grand (nur die vier Buben sind Trumpf – absteigend Kreuz, Pik, Herz, Karo) oder Null (nichts ist Trumpf, Ziel des Alleinspielers ist es, alle Stiche an die Gegner fallen zu lassen). Dazu können noch extra Ansagen gemacht werden, um den Punktegewinn zu erhöhen – das kann natürlich, wenn das angesagte Spiel nicht klappt, auch nach hinten losgehen: Hand (Skat wird nicht aufgenommen), Offen (alle 10 Karten offen gespielt), Schneider (30 oder weniger Augen – beide Parteien), Schwarz (Gegner erhält keinen Stich), Angesagtes Kontra/Re (verdoppelt den Spielwert) – und damit kann das Spiel überhaupt erst losgehen.

Sieger wird durch Auszählen der Stiche ermittelt

Es wird gestochen. Das heißt, dass zunächst von dem Spieler links vom Geber, danach von demjenigen, der den vorherigen Stich gewonnen hat, eine Karte ausgespielt wird, die von den anderen beiden Spielern bedient werden muss. Je nach ausgespielter Karte muss ebenfalls ein Trumpf oder eine Karte gleicher Farbe dazugelegt werden. Wer nicht bedienen kann, muss eine beliebige andere Karte „opfern“. Den Stich gewinnt die ranghöchste Trumpf- beziehungsweise Farbkarte. Sobald das Spiel beendet ist, wird ausgezählt, ob der Alleinspieler oder die Gegenpartei gewonnen hat. Die Punkte werden notiert und man geht zum nächsten Spiel über. Der Gewinner wird durch das Auszählen der Stiche ermittelt – hier zählt der Alleinspieler seine Stiche zuzüglich der Werte im Skat. Im Celler Skatclub zahlt der Verlierer 50 Cent in die Kasse – sorgfältig verwaltet von Burkhard Balkenhol. Das Geld wird für Anschaffungen und Aktivitäten genutzt.

Die Deutsche Unesco-Kommission hat Skat im Dezember 2016 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Von Doris Hennies

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